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Das lange Warten hat ein Ende

Das lange Warten hat ein Ende

Im nächsten Jahr wird die Schuke-Orgel der Konstantin-Basilika 50 Jahre alt. Kein Alter für ein gutes Instrument. Aber zwei Jahre später bekommt sie eine große Schwester, die dem Kirchenraum angemessen ist. Mehr als drei Millionen Euro wird das Projekt kosten.

Trier. Eines kann man jetzt schon voraussagen: Weihnachten 2014 wird für die Evangelische Kirchengemeinde Trier zu einem ganz besonderen Fest werden. Dann soll die neue große Hauptorgel in der Konstantin-Basilika eingeweiht werden. Insgesamt hat es dann fast neun Jahre gedauert - von der Bekanntgabe durch Staatsministerin Malu Dreyer, dass das Land Rheinland-Pfalz als Eigentümer des Gebäudes ein neues Instrument in Auftrag geben wird - bis zu dem Moment, in dem Kantor Martin Bambauer erstmals in die Tasten des viermanualigen Spieltisches greifen kann. In dieser Woche wird der Auftrag an den Orgelbauer vergeben.

87 Register (Klangfarben) mit über 6000 Pfeifen wird die neue Orgel erhalten und ist damit mit Abstand das größte Instrument in der Region. Zahlreiche renommierte Orgelbauer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Vereinigten Staaten hatten sich an der Ausschreibung beteiligt und Angebote abgegeben.

Zuschlag an Firma Eule



Den Zuschlag erhielt die Firma Hermann Eule aus dem sächsischen Bautzen. Das 1872 gegründete Familienunternehmen hat in der Fachwelt einen exquisiten Ruf, begründet durch etliche aufsehenerregende Restaurationen und Neubauten in den vergangenen Jahren. Dazu gehören die Instrumente der Nikolaikirche in Leipzig und der Kathedrale in Magdeburg sowie die Konzertsaalorgeln im Mozarteum in Salzburg und der Mercatorhalle in Duisburg. Vom Fachmagazin Organ wurde dem Unternehmen 2009 der Titel "Orgelbauer des Jahres" verliehen.

Die Schuke-Orgel mit ihren 30 Registern, die auch nach dem Neubau in der Basilika erhalten bleiben wird, war nie dazu geeignet, das monumentale Bauwerk wirklich zu füllen. Der renommierte Orgelbauer Rudolf von Beckerath aus Hamburg war 1962 am Ideenwettbewerb beteiligt. Als sich damals die derzeitige Lösung herauskristallisierte, kommentierte er das mit den Worten: "Wenn sie in diesem Raum eine solch kleine Orgel bauen wollen, dann ohne mich."

Bis 1944, als die Basilika den Bombenangriffen zum Opfer fiel, besaß sie eine große Orgel, die an der Rückwand des Gotteshauses aufgestellt war. Dort wird auch die neue Orgel ihren Platz finden, verteilt in drei Gehäusen. Für das Aussehen hatte die Architektenkammer Rheinland-Pfalz einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben, dessen Ergebnis kurz vor Ostern in einer Ausstellung in der Basilika bekanntgegeben wird.

3,1 Millionen Euro wird die Eule-Orgel kosten, 90 Prozent davon übernimmt das Land, rund 300 000 Euro müssen von der Kirchengemeinde aufgebracht werden. Pfarrer Guido Hepke legt großen Wert auf die Feststellung, dass hierzu keine Mittel aus der Kirchensteuer eingeplant sind. Hepke: "Etwa zwei Drittel der Summe haben wir schon durch Spenden und Sponsoren erhalten. Ein deutliches Zeichen dafür, dass sowohl die Gemeinde als auch die nicht evangelische Bevölkerung hinter dem Projekt stehen."