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Kulturvorschau
Von Festival zu Festival - Das Programm der Luxemburger Philharmonie

Philippe Herreweghe und das Royal Concertgebouw geben am 25. November ein Gastkonzert.
Philippe Herreweghe und das Royal Concertgebouw geben am 25. November ein Gastkonzert. FOTO: Wouter Maeckelberghe
Luxemburg. Kultband, Klassik, zeitgenössische Musik: Das Programm der Luxemburger Philharmonie im November ist reichhaltig. Von Martin Möller

Auf dem Kirchberg geben sich die kleinen Festivals die Klinke in die Hand. Kaum ist Mitte Oktober die „âtlantico“-Reihe beendet, da stehen schon die „rainy days“ ins Haus.

Ende Oktober bereits schickt das Neue Musik-Festival einen Kompositions-Workshop für Kinder voraus – Alter 10 bis 12 Jahre. (27./28. Oktober, jeweils 10 Uhr). Die offizielle Eröffnung findet dann Mitte November statt mit dem Motto „Greatest Hits“ und der Kultband „Einstürzende Neubauten“ (13. November). Damit signalisiert Chefdramaturgin und Festival-Leiterin Lydia Rilling erneut: Berührungsängste gibt es bei den „rainy days“ keine.

Stolze 20 Veranstaltungen, den Oktober-Workshop eingeschlossen, bietet die Reihe an. Darunter finden sich spektakuläre Aufführungen wie Luciano Berios „Sinfonia“ von 1968 in Luxemburger Erstaufführung mit dem Orchestre Philharmonique (OPL) am 24. November (19 Uhr). Oder die „Wunderkammer“, eine Matinee mit Musik in der gesamten Philharmonie (25. November, ab 11 Uhr).

Indes: Auch weniger auffällige Veranstaltungen stehen auf der Agenda – das Quartet Diotima, mit Musik unter anderem von Helmut Lachenmann (23. November). Oder auch der Pianist Florian Hoelscher mit dem Auftragswerk „Erinnerungsspuren“ des Spaniers Alberto Posadas (24. November, 16 Uhr).

„Get real“ heißt das diesjährige Motto der „rainy days“. Dazu der Monatsflyer der Philharmonie: „Das Festival erkundet in diesem Jahr Spuren der Wirklichkeit in der zeitgenössischen Musik“. Und weiter: „Es lässt erfahren, wie Musik Anteil an den Realitäten außerhalb des Konzertsaals hat“. Zu dem Motto findet eine ganztägige Konferenzreihe statt (23. November, 10 Uhr bis 18 Uhr). Die alltägliche Geräusch- und Klangwelt künstlerisch zu verarbeiten, ist in der Tat eine dringliche Aufgabe. Das Festival könnte dazu ganz sicher Pionierarbeit leisten.

Selbstverständlich lässt die Philharmonie alle Musikfreunde, die Neue Musik nun mal ablehnen, nicht am langen Arm verhungern. Parallel zu den „rainy days“ läuft das Traditionsprogramm weiter, wenn auch in leicht reduzierter Fassung. John Eliot Gardiner kommt wieder mit seinem „Orchestre Révolutionnaire“ und seinem „Monteverdi-Chor“, diesmal mit Verdis Requiem (5. November).

In der Streichquartett-Reihe der Philharmonie tritt diesmal das Tetzlaff-Quartett auf und bringt Musik von Mozart, Bartok und Sibelius mit (12. November). Star-Sopranistin Cecilia Bartoli und die „Musiciens du Prince“ haben Musik von Vivaldi im Gepäck (18. November, 19 Uhr). Die „Solistes Européens“ sind im Programm dabei – unter anderem mit Beethoven (26. November). In der Reihe „Rising Stars“ gastiert das Amati Klaviertrio mit Haydn, Schostakowitsch und Mendelssohn (27. November).

Philharmonie-Dauergast Murray Perahia kommt mit der „Academy of St. Martin in the Fields“ und hat Beethoven pur dabei: das 1. und das 2. Klavierkonzert und die Ballettmusik „Die Geschöpfe des Prometheus“ (29. November). Und das OPL präsentiert kurz vor Beginn seiner Spanien-Konzertreise mit Bartok und Mahler Musik aus seinem Tourneeprogramm (8. November).

Eine Veranstaltung indes verspricht, Höhepunkt im Traditionsprogramm zu werden. Zu Ehren der Großherzogin Joséphine Charlotte gibt das Royal Concertgebouw Orchester unter Philippe Herreweghe am 25. November ein Gastkonzert. Der berühmte Klangkörper aus Amsterdam spielt Schuberts Deutsche Tänze in der Fassung von Anton Webern, Beethovens Violinkonzert (Solistin Isabell Faust) und die Zweite von Robert Schumann. Ein klassisch-romantisches Programm par excellence!

Beginn, wenn nicht anders angegeben: 20 Uhr. Karten gibt es per telefon unter 00352/2632 2632 oder im Internet unter www.philharmonie.lu

Das Quartet Diotima spielt am 23. November, unter anderem Musik von Helmut Lachenmann.
Das Quartet Diotima spielt am 23. November, unter anderem Musik von Helmut Lachenmann. FOTO: TV / Verena_Chen
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Cecilia_Bartoli_photo_Alfonso_Salgueiro_Lora.jpg FOTO: TV / Alfonso Salgueiro Lora