"Das Theater in Trier ist purer Luxus" - Bund der Steuerzahler fordert Schließung des defizitären Hauses

"Das Theater in Trier ist purer Luxus" - Bund der Steuerzahler fordert Schließung des defizitären Hauses

Harte Worte aus Mainz: Der Bund der Steuerzahler fordert Trier auf, sein Theater zu schließen. Das Haus sei purer Luxus, den die Stadt sich nicht leisten sollte. Kulturliebhaber könnten auch nach Luxemburg fahren. Intendant Karl Sibelius ärgert sich über den Vorschlag.

Der Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz kritisiert, dass Land und Kommunen so viel Geld für ihre Theater ausgeben. Im Fokus der Kritik steht das Theater Trier, das 2015 ein Minus von 1,3 Millionen Euro machte. "Das Haus ist schon länger in finanzieller Schieflage. Alle Bemühungen der Stadt und auch der jährliche Landeszuschuss von fast sechs Millionen Euro bringen es nicht auf einen guten Weg", sagt Eva Kammerl vom Bund der Steuerzahler. Es sei "purer Luxus, den sich die Stadt nicht leisten sollte". Egal, ob Neubau oder Sanierung, für Trier werde es teuer. Deshalb sollte das Theater aus Sicht des Verbands "ersatzlos abgewickelt werden". Sie könne so millionenschwere Investitionskosten sparen und neue Betriebsdefizite verhindern. "Eine bessere Sparmaßnahme für das hoch verschuldete Trier kann es gar nicht geben", betont Kammerl. Auf Vorstellungen müssten die Kulturliebhaber nicht verzichten. Nach nur 45 Minuten Fahrtzeit sei man ja in Luxemburg. Wenn verschuldete Städte sich dennoch ein Theater leisten wollten, dann "sollte die Politik den Ausführenden besser auf die Finger schauen".

Für den Trierer Intendanten Karl Sibelius, dem bald ein Finanzdirektor an die Seite gestellt wird, sind solche Forderungen zwar nicht neu, dennoch ärgert er sich. "Sie sehen nur das Steuergeld und nicht, dass wir hier 250 Mitarbeiter beschäftigen und Hunderte Firmen mit Aufträgen versorgen", sagt er. Man müsse auch fragen, was ein Theater für die Gesellschaft leiste. Wenn eine Weltkulturerbe-Stadt wie Trier sich kein Theater mehr leisten könne, dann sei dies der Untergang von Bildung und kritischer Reflexion. Sein Haus sei zudem unterfinanziert. Bereits 2013 hatte das Consulting-Unternehmen ICG vorhergesagt, dass das Defizit schon alleine durch Tariferhöhungen wachsen werde. Die Stadt müsse mehr ausgeben oder aber die Strukturen verändern.

Vor drei Jahren hat der Stadtrat für den Erhalt des Dreispartenhauses votiert. "Das Theater Trier wird von einer breiten politischen Mehrheit getragen", sagt Rathaus-Pressesprecher Ralf Frühauf. Mos

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