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Das Theater Trier kehrt auf die Bühne zurück. Das Programm open-air im Brunnenhof

Theater : Bühne frei fürs Sommertheater

Endlich wieder möglich: Das Theater Trier kehrt auf die Bühne zurück und bietet nach dreimonatiger Corona-Pause ab nächster Woche Vorstellungen aller Sparten unter freiem Himmel an. Einziger Haken: Es gibt nur jeweils 90 Plätze.

Konzerte, Opernklänge, Tanz und Schauspiel – auf all das dürfen sich Theaterfreunde in der Region Trier wieder freuen. Gleich nachdem das Land in der vergangenen Woche die Corona-Bestimmungen gelockert hat, haben Mitarbeiter des Trierer Theaters damit begonnen, die Wiederaufnahme des Spielbetriebs vorzubereiten. „Uns ist ein versöhnlicher Abschluss der Spielzeit sehr wichtig“, sagte Intendant Manfred Langner am Freitag auf jener Open-air-Bühne, die vom 12. Juni bis 4. Juli als neuer Spielort hergerichtet wurde. Das betreffe die Künstler und Akteure des Hauses genauso wie die Besucher. Bis zum Abbruch der Spielzeit Mitte März sah es so aus, als würde die Saison noch erfolgreicher werden als die Top-Spielzeit im Vorjahr (der TV berichtete). „Viele Menschen warten darauf, dass wir wieder spielen“, sagt Langner. Deshalb freut er sich sehr, dass der Corona-bedingte Stillstand endlich zum Ende kommt und Kulturdezernent Thomas Schmitt die Idee hatte, die Bühne im Brunnenhof neben der Porta Nigra fürs Theater zu nutzen, wo sie vielleicht auch den einen oder anderen Touristen anlockt. Kooperationspartner ist die Trier Tourismus und Marketing GmbH (ttm). Im XL-Format an der Südseite des städtischen Brunnenhofs gelegen ermöglicht die Bühne die Einhaltung aller Corona-Schutz-Bestimmungen für die Akteure. „40 Seiten!“, erzählt Langner bei der Präsentation des kurzfristig auf die Beine gestellten Programms über sein ausgiebiges Studium der  Hygiene-Verordnungen, von denen er in den vergangenen Wochen mehr gelesen habe als Theaterstücke. Schließlich müssen alle Produktionen auf den neuen Ort umkonzipiert werden zu „Brunnenhof-Editionen“, wie Langner sie nennt.

Beim Programm greift das Theater auch auf bewährte Produktionen zurück. „Marlene“ war immer ausverkauft, viele Interessenten bekamen keine Karten. Nun können sie die Gelegenheit nutzen, das Schauspiel mit Musik an zwei Abenden open-air (12./13. Juni) zu erleben. Auch „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun (18./19. Juni) oder das Jugendstück „Türkisch Gold“ (19. Juni) sind bewährt und als kleine Produktionen geeignet. Klein wird allerdings auch das Publikum sein, denn die Abstandsregeln lassen nicht mehr als 90 Besucher zu. Diese dürfen dann an Bistro-Tischen Platz nehmen und das Gastronomieangebot des Brunnenhofs nutzen. Normalerweise fasst der Brunnenhof mehr als 500 Besucher.

Gespielt wird in den nächsten vier Wochen jeweils Donnerstag bis Sonntag, insgesamt 15 Vorstellungen. Und alle Sparten des Theaters machen mit. Die Choreographien „Non solo due“ von Tänzern des Ballett-Ensembles und Musikern des Philharmonischen Orchesters (14. Juni, 2. Juli) war ursprünglich entwickelt worden für Heimbewohner bei den Vereinigten Hospizien in Trier, die besonders unter der Corona-Krise litten und durch kleine Darbietungen mit Tanz und Musik erfreut werden sollten. „Impromptu – aus dem Stehgreif“ verspricht ein Opernabend am Klavier (20./21. Juni) zu werden, bei dem alle Sänger des Musiktheater-Ensembles Werke von Hanns Eisler, Nino Rota, Francis Poulenc und anderen erklingen lassen. Chordirektor Martin Folz begrüßt die neuen Spielmöglichkeiten voller Emphase mit dem Abend „Nun, Ihr Musen, genug geschwiegen!“, wo die Sänger des Opernchors Liebesliederwalzer und mehr zum besten geben (25./26. Juni). Und wenn die Musiker des Städtischen Orchesters „Sommerserenaden“ mit Werken von Mozart, Mendelssohn, Debussy, Händel und Bach spielen (27./28. Juni), dann werden sie auch noch die Kolonnaden-Gänge des Simeonstift-Gemäuers einbeziehen.

Sobald die Theater-Spielzeit am 3. und 4. Juli mit dem Schauspiel „Auf dem Vulkan – Trier und die 20er Jahre“ (Stück und Regie: Manfred Langner) zu Ende geht, beginnt im Brunnenhof die Jazz-Konzertsaison. Und der Intendant schreibt, wie er verraten hat, eine Fortsetzung seines Trier-Stücks. Diesmal geht es um die spanische Grippe.

Nach dem Lockdown: Intendant Manfred Langner (links) und der Trierer Kulturdezernent Thomas Schmitt präsentieren das Theater-Programm für die restliche Spielzeit unter freiem Himmel. Foto: Anne Heucher

Karten gibt’s auf www.theater-trier.de, per Mail (theaterkasse@trier.de) und unter Telefon 0651/718-1818. Geöffnet ist die Theaterkasse montags bis freitags  10 bis 13 Uhr. Auch bei der Tourist-Information sind Karten erhältlich.