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Das Theater Trier legt Spielplan für die Saison 2022/23 vor

Bühne : Raum für neue Projekte am Theater Trier: Das ist der Spielplan für die Saison 2022/23

Das Theater Trier legt einen vielfältigen Spielplan für die Saison 2022/23 vor. 50 neue Produktionen hat das Haus für die nächste Spielzeit geplant.

Das Theaterjahr verspricht spannend zu werden. Frische Impulse, neue Ästhetiken und Regiesprachen, sowie vielfältige interessante Projekte, darunter etliche Uraufführungen: Das ist die wichtigste Nachricht aus der Spielplanvorstellung des Theaters Trier für die Spielzeit 2022/23. Am Freitag wurde das Programm in der Europäischen Kunstakademie, wo das Theater eine Nebenspielstätte hat, durch Intendant Manfred Langner und die Spartenleiter vorgestellt. Und man darf mit Fug und Recht sagen: Es weht ein frischer Wind durchs Haus am Augustinerhof.

Keine Angst, wer gern ins Theater der Wiedererkennungseffekte wegen geht, oder sich einfach einen schönen Abend machen will, kommt auch auf seine Kosten. Das Theater sei ein Ort, um sich intellektuell und emotional mit der Welt auseinanderzusetzen, sagte Kulturdezernent Markus Nöhl zu Beginn der Programmvorstellung. Einmal mehr verwies der Kulturpolitiker auf die Notwendigkeit kultureller Bildung, die auch durch und für das Theater zu leisten sei. „Wir brauchen einen Türöffner“, forderte Nöhl.

Erfreuliche Nachrichten hatte der Dezernent auch zur Theatersanierung. Für den Tufa-Anbau sei der Bauantrag gestellt, für die Sanierungsarbeiten des Theaterbaus liefen Voruntersuchungen. Auch die Baumaßnahmen für die ausgelagerten Werkstätten und die Probebühne stünden vor dem Abschluss. Auf eine „normale“ Spielzeit nach den Mühen der Pandemie hofft Intendant Manfred Langner. Der Theaterchef ist zuversichtlich, dass auch das Theater-Publikum in den nächsten Monaten seine pandemiebedingte Zurückhaltung aufgeben wird und sich die Verhältnisse normalisieren.

Musiktheater Seit jeher liegt der Schwerpunkt des Trierer Hauses mit seinen rund 600 Plätzen im Großen Haus auf dem Musiktheater. Musiktheaterchef Jean-Claude Berutti hat ein ebenso reizvolles wie ambitioniertes Programm mit interessanten Regiesprachen zusammengestellt. Die Spielzeit beginnt am 10. September gleich mit einem Highlight. Auf dem Programm steht Igor Strawinskys Oper „The Rake`s Progress“ in der Regie von Mikaël Serre, der in Trier bereits „La Bohème“ inszeniert hat. Eine Delikatesse der Opernliteratur ist zudem Benjamin Brittens Oper „Peter Grimes“ die vor genau zehn Jahren bereits in Trier zu sehen war. Als Koproduktion mit der Opéra Grand Avignon ist sie diesmal unter Regie des dortigen Opernchefs Frédéric Roels zu erleben. Eine ausgesprochene Rarität steht mit Claude Débussys Drame lyrique „Pelléas et Mélisande“ nach Maurice Maeterlincks gleichnamigem Schauspiel auf dem Spielplan (Regie Jean-Claude Berutti) Für Freunde des klassischen Opernkanons inszeniert der Opernchef Giacomo Puccinis Dauerbrenner „Tosca“.

Schauspiel Auch Intendant Langner wagt sich als Schauspielchef vor. Gleichermaßen „klassisch“ wie „am Puls der Zeit“ müsse der Spielplan sein, fordert der Regie führende Intendant. Sein Programm ist eine Mischung aus klassischem Kanon und neuer Dramatik. Bertolt Brechts Bühnen-Klassiker „Der gute Mensch von Sezuan“ wird von der jungen, 1988 geborenen österreichischen Regisseurin Christina Gegenbauer inszeniert. Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reichs“ wurde der wegen seiner provokanten Inszenierungen bekannte Regisseur Thomas Dannemann für eine Stückentwicklung mit dem Titel „Untergang“ gewonnen. Aufgeführt wird zudem das Bühnenstück „Furor“ der Jungdramatiker Lutz Hübner und Sahra Nemitz. Als Trierer Auftragswerk der Autoren Alistair Beaton und Dietmar Jacobs inszeniert Martin Langner ein Stück zur Machtproblematik in der katholischen Kirche mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Kardinal-Fehler“. Die „Metoo“-Debatte greift „Nichts was uns passiert“ nach dem Roman von Bettina Wilpert auf (Bühnenfassung Lara Fritz und Philipp Matthias Müller) Weitere Stücke im Klassiker-Angebot: „Nora“ von Henrik Ibsen (Regie Lajos Wenzel) und „Endstation Sehnsucht“ von Tennessee Williams (Regie Harald Demmer). Zahlreich sind die Wiederaufnahmen, darunter: „Buntes Republik“, „Intra Muros“ und „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“.

Tanz Auch Ballettchef Roberto Scafati setzt auf Neues und legt ein attraktives Programm vor: In die Wahn-und Wonnewelten des Bayreuther Genies Richard Wagner begibt sich der Ballettdirektor mit seiner Choreographie „Wagners Traum“. Kunstgenuss verspricht auch das Tanzstück „Die vier Elemente“ , choreographiert von vier Choreographen, unter ihnen der renommierte Gustavo Ramirez Sansano. Im Tanzstück „The Door“ stellt sich die nächste Generation junger Choreographen vor. Wiederaufnahmen: „Winterreise“ und „Zorbas“.

Kinder und Jugendliche Als Schwerpunkt der kulturellen Bildung legt das Theater Trier spartenübergreifend zahlreiche Aufführungen für Kinder und Jugendliche vor, die zum Teil als mobile Produktionen angeboten werden. Soll heißen, die aus dem Theater in die Schulen und andere Aufführungsorte nach draußen gehen. Als neue mobile Jugendoper hat das Musiktheater „Nichts was im Leben wichtig ist“ nach dem Buch von Janne Teller im Programm (Regie Nina Dudek). Ein absolutes Highlight ist die Science-Fiction Oper „Hilfe, Hilfe, die Globolinks“ von Gian Carlo Menotti (Regie Oliver Klöter). Weiter gibt es im Schauspiel den Klassiker „Peterchens Mondfahrt“ (Regie Kim Langner und Axel Weidemann) und als Musical den Jugendbuchklassiker „Emil und die Detektive“ (Musikalische Leitung Martin Folz). Um „Frieda und die Wut“ geht es im Tanztheater für Kinder ab 4 Jahre nach dem Buch von Mia Grau (mit Tanzworkshop).

Konzerte Im Zentrum steht die Reihe der acht Sinfoniekonzerte des Philharmonischen Orchesters der Stadt Trier, die jeweils unter einem Themenschwerpunkt stehen. Zudem gibt es die bekannten Formate „Klassik um Elf“ und „ Mixed Zone“ mit der Gruselsymphonie „Nosferatu“ und einem Konzert des Crossover-Künstlers Sandro Roy. Im Konzertprogramm finden sich Familienkonzerte und Sonderkonzerte sowie Schulkonzerte und die „Concert Lounge“. Außerdem gibt es Chorkonzerte.

Fazit Ein spannendes Theaterjahr, das auf die Besucher des Trierer Theaters zukommt. Wer selbst mitmachen will, kann das im Bürgertheater oder Kinder-und Jugendtheater tun. Besonders erfolgreich scheint die kulturelle Bildung in der Musik zu sein. Schon jetzt kommen 1700 Schülerinnen und Schüler zu den Schulkonzerten, berichtet Generalmusikdirektor Jochem Hochstenbach. Weitere Anmeldungen liegen vor. Übrigens: Wer ins Theater will, kommt auch ohne Auto kostenlos hin mit dem Kombi-Ticket aus Theaterkarte und Fahrschein für den ÖPNV. (Gilt für das Gebiet des früheren Regierungsbezirks Trier).

Alle Termine und Veranstaltungen sowie weitere Infos: www.theater-trier.de und im Spielzeitheft.