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Komedie
Das urkomische Trauma eines Lehrerkindes

Bastian Bielendorfer
 tritt in Daun auf.
Bastian Bielendorfer tritt in Daun auf. FOTO: TV / Privat
Daun. Bastian Bielendorfers Vorschau des neuen Programms „Lustig, aber wahr!“ ist am 13. Dezember um 20 Uhr im Forum Daun zu sehen.

Mit vier Büchern und dem Comedy-Programm „Das Leben ist kein Pausenhof“ startete der 34-jährige Gelsenkirchener eine deutschlandweite Blitzkarriere. Dem Trierischen Volksfreund verrät er, was ihn inspiriert – und was ihn mit der Eifel verbindet.


Wie kommt es, dass Sie ausgerechnet in Daun die Preview Ihres neuen Soloprogramms machen? Und überhaupt, nehmen Sie das Eifeler Publikum als Versuchskaninchen?

BIELENDORFER Ich habe eine gute Erfahrung mit den Menschen in der Region und auch schon in der Trierer Tufa gespielt. Als Kind gab es immer Ferien mit den Großeltern, auf einem Eifeler Reiterhof. Darum habe ich mir für die Preview schon überlegt, mein Programm mit Pferd zu voltigieren aber die Idee doch verworfen. Außerdem: Mich kann nichts mehr schocken, sogar Bajuwaren konnte ich erheitern. Ich bringe eine Art Spaßgarantie für alle Altersklassen mit. Wem meine Comedy nicht gefällt, kann sich hinterher beschweren, aber das hat noch niemand getan. Und natürlich sind die Dauner Versuchskaninchen, denn die Preview ist so etwas wie die Generalprobe im Theater. Die Leute können auch mitbestimmen. Was in Daun niemanden zum Lachen bringt, fliegt raus.


Mit den Großeltern war also alles okay… aber wie sieht es mit den Eltern aus? Strapaziert ihre literarische und komödiantische Themenfindung – alles dreht sich um Ihr Trauma als Lehrerkind – nicht das Verhältnis zu ihnen?

BIELENDORFER Nein, gar nicht. Die haben meine Bücher sogar korrekturgelesen, weil sie mich insgeheim für einen Legastheniker halten. Außerdem geht es im neuen Programm auch um ganz andere Themen: die Lebenswirklichkeit eines Mitte Dreißigjährigen ohne Kinder. Die ist heutzutage gar nicht so einfach. Und ich vergesse natürlich nie, dass ich als genetisch bedingter Klugscheißer meine Karriere nicht zuletzt meinen Lehrer-Eltern verdanke.


Sie wurden in der Show „Wer wird Millionär“ entdeckt und vom Fleck weg von Verlagen engagiert. Nachdem Sie ein, sagen wir,  ungewöhnlich harsches Telefonat mit Ihrem Vater als Joker hatten und als Erklärung dafür nachschoben, es läge bereits ein Buch über Ihr spezielles Dasein als Lehrerkind in der Schublade. War das alles nicht bloß ein Fake, sondern echt und spontan?

BIELENDORFER Das war absolut echt und spontan! Allerdings war es auch eine Lüge, dass ich bereits ein Manuskript hätte. Das musste ich dann in kürzester Zeit nachliefern, ich habe anderthalb Wochen dafür gebraucht. Was insofern ungünstig war, als ich damit die Latte arg hoch legte. Nun muss ich immer rasend schnell schreiben. Aber was meine Eltern nicht wahrhaben wollen und was Verlage erstaunt: Ich bin ein Komiker, der auch tatsächlich selbst schreiben kann! Und auf der Bühne performe ich live, ohne Auswendiglernen oder Manuskript. Das wäre sonst ja Schauspielerei.


Ist es nicht anstrengend, immer lustig sein zu sollen?

BIELENDORFER Allein die Frage ist langweilig, die stellt jeder. Ich bin auch gar nicht immer lustig. Als Kind habe ich wirklich gelitten. Und wenn ich keinen Draht zu Ernsthaftigkeit hätte, hätte ich nicht Psychologie studiert und nicht als Psychologe zum Beispiel in einer Justizvollzugsanstalt gearbeitet.


Können Sie sich eine Rückkehr in diesen Beruf vorstellen, sozusagen als Plan B?

BIELENDORFER Das ist sehr unwahrscheinlich. Ich genieße es, vor Hunderten von Leuten aufzutreten, die mich sehen wollen. Mein Vater beneidet mich, denn er muss vor Dutzenden Leuten auftreten, die nicht unbedingt freiwillig da sind. Und ich habe noch viele Ideen, zum Beispiel einen Psychothriller schreiben. Oder wieder bei „Wer wird Millionär?“ auftreten, in der Promiversion, und dann viel mehr Geld einheimsen als damals, für den guten Zweck.

Die Fragen stellte Angelika Koch.


www.bastianbielendorfer.de; Tickets: 26,90 Euro im VVK, www.ticket-regional.de