Der Berg ruft - und der Bär groovt

Trier · Erst Tufa, dann Europahalle, jetzt Arena: Die Fangemeinde der Wise Guys ist im Lauf der Zeit kontinuierlich gewachsen. Die Konzerte der Kölner A-cappella-Gruppe sind bei Alt und Jung gleichermaßen beliebt.

 Neuer Bass: Andrea Figallo verstärkt die Wise Guys – Edzard „Eddi“ Hüneke, Nils Olfert, Daniel „Dän“ Dickopf und Marc „Sari“ Sahr (von links) . TV-Foto: Daniel John

Neuer Bass: Andrea Figallo verstärkt die Wise Guys – Edzard „Eddi“ Hüneke, Nils Olfert, Daniel „Dän“ Dickopf und Marc „Sari“ Sahr (von links) . TV-Foto: Daniel John

Trier. Falsch verstandene Liedtexte können eine ganz eigene Poesie entfalten: So wird aus "Der Berg ruft" schnell "Der Bär groovt". Dieser Hörfehler gefiel den Wise Guys so gut, dass sie einen neuen Text schrieben und nun beide Versionen beim Konzert präsentieren. Doch während Meister Petz in seiner Hängematte nur leicht mit dem Bein wippt, groovt das Publikum in der Trie rer Arena deutlich mehr, wenn die Sänger Hits wie "Firework" von Katy Perry oder "I Follow Rivers" von Lykke Li anstimmen.
Obwohl die Kölner mit ihren letzten vier Alben in die Top 3 der Charts gestürmt sind, nennen sie sich selbst gern die "erfolgreichste unbekannte Band". Mit dem Musikpreis Echo, den sie kürzlich erhalten haben - "ein Meilenstein auf dem Weg zur Kommerzialisierung" - könnte sich auch das bald erledigt haben. Die schätzungsweise 2500 Besucher in der Arena kennen die Gruppe ohnehin seit Jahren. "Wer ist nicht zum ersten Mal dabei?", fragt Frontmann Daniel "Dän" Dickopf. Fast alle Hände zeigen auf. "Und wer war schon in der Europahalle dabei? In der Tufa?" Auch das sind einige.
Die Hallen sind im Lauf der Jahre größer geworden, der A-cappella-Gesang ist geblieben - bis zum letzten Album "Zwei Welten". Das haben die Wise Guys auch in einer instrumentierten Version herausgebracht - "gespielt von Menschen, die ihre Instrumente wirklich beherrschen", betont Dän, der mit Eddi Hüneke bei zwei Liedern aber doch selbst zu Keybord, Gitarre und Ukulele greift.
Auf der Bühne dabei ist in Trier auch Jördis Tielsch: erst 17 Jahre alt, aber mehrfach beim Wettbewerb Jugend musziert ausgezeichnet. Für die Nachwuchssängerin hat Dän Dickopf Texte für die erste CD geschrieben. Weitere "Gäste" sind: das Hip-Hop-Duo Aggro Hürth. Man muss schon zweimal hinschauen, um unter Wollmütze und Kapuzenjacke Marc "Sari" Sahr und Nils Olfert zu erkennen. Ihre Hymne auf die Kleinstadt Hürth - den "Ort, der wo mein Herz berührt" - ist eine urkomische Parodie auf alle Bürgersöhne aus der Provinz, die sich als Gangster-Rapper geben.
Geschickt gelegt haben die Wise Guys ihre Konzertpause: Fußballfreunde können live den Doppelschlag von Mario Gomez beim Pokalfinale miterleben.Wie immer sind viele Kinder im Publikum. Die Bayern-Fans Tabea (8) und Antonia (9) klatschen sich ab, als die Tore fallen. Aber sie haben es nicht bereut, auf die Übertragung verzichtet zu haben. "Das hier ist viel besser!", finden sie. Und grooven weiter. daj
Der nächste Termin steht schon fest: Am Samstag, 3. Mai 2014, sind die Wise Guys wieder in Trier. Heute beginnt der Vorverkauf.

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