Der Engel der Musik

Seit 2006 auf Tour, gastierte das Musical "Das Phantom der Oper" bereits zum dritten Mal in der Trierer Europahalle. 800 Zuschauer ließen sich von der Roman-Vorlage von Gaston Leroux, 1911 veröffentlicht, und den Darstellern, allen voran Sopranistin Deborah Sasson, verzaubern. Echte Musical- und Phantom-Fans dürfen sich freuen: Auch der nächste Trier-Termin steht schon fest. Am 22. Januar 2010 gibt's die vierte Vorstellung an der Mosel.

Trier. Wer mit bekannten Melodien von Andrew Lloyd Webber im Ohr in die Europahalle kam, wurde enttäuscht oder überrascht und überzeugt. Kein Etikettenschwindel, kein Einheitsbrei aus Musical-Massenproduktion: Mit neuer Musik und in anderer Inszenierung ist vor drei Jahren unter gleichem Namen die fast ein Jahrhundert alte Geschichte neu aufgelegt worden. Das liegt an den hohen Auflagen der Webber-Version für Musik, Kostüme, Bühnenbild.

"Eine Tournee ist so eigentlich unmöglich", sagt Hauptdarstellerin Deborah Sasson, seit 2006 mit dem Phantom auf Tour. "Es ist besonders aufregend und attraktiv, dabei zu sein, wenn etwas neues entsteht." So konnte sie "viel Input geben" zur Musik aus der Feder von unter anderem BBC-Komponist Peter Moss, der das 28-köpfige Live-Orchester aus Musikern der Warschauer Sinfoniker dirigierte.

Das Phantom ist zwar Webbers Meisterstück, aber die Opernstücke haben nichts mit Oper zu tun. "Deshalb dürfen sich Opern-Freunde freuen, denn in dieser Inszenierung gibt es Adaptionen von Puccini, Bizet, Strauss und Verdi. Und es ist die Mischung aus anspruchsvoller Musik und komischen Szenen, aus opulenten Kostümen und durchdachter Lichtregie, die die zahlreichen musical-begeisterten Gäste in der Europahalle schätzen.

Beschwörend: Deborah Sasson



Deborah Sasson, in der Rolle der Christine an der Seite von Axel Olzinger (Phantom) und Jochen Sautter (Raoul), beschwört optisch reizvoll und mit ihrer Stimme den Engel der Musik - in der Geschichte und auf der Bühne. Glaubhaft auch Olzinger in der Zerrissenheit des Phantoms zwischen Genie und Wahnsinn, Hoffnung und Enttäuschung, Liebe und Hass.

Trotz einiger technischer Probleme hat das Ensemble, das sich in kurzer und intensiver Probenzeit erst wenige Wochen zuvor wieder zusammengefunden hat, die perfekte Illusion und magische Momente auf die Bühne gezaubert. Das Geheimnis verrät Axel Olzinger: "Wir geben unser Herz."

Mehr von Volksfreund