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Der größte Chor singt in der Basilika

Der größte Chor singt in der Basilika

Ein Komponist mit jüdischer Abstammung vereint mit seiner Musik Katholiken und Protestanten.

Trier Die komplette große Halle der Konstantinbasilika füllt sich am Samstagabend gleich zwei Mal mit jeweils über 900 Chorsängern und -sängerinnen aus der gesamten Diözese Trier. Beim Abschlusskonzert des 1. Ökumenischen Kirchenmusikfestes gibt es deshalb auch kein Publikum, der TV-Reporter gehört zu einem kleinen Kreis von Gästen, die die Aufführung verfolgen dürfen, ansonsten ist es ein internes Begegnungskonzert evangelischer und katholischer Kirchenmusiker.
Der Trierer Domchor, der Kathedraljugendchor und der Trier er Bachchor, das Schöneck-Ensemble Koblenz und die Solisten stehen bei der Aufführung des "Lobgesanges" des jüdisch-stämmigen Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) auf der Bühne. Die Chorsänger im Kirchenschiff sind aber über weite Strecken mit eingebunden und bilden so den wahrscheinlich größten Chor, den die Basilika je gesehen hat. Die Gesamtleitung liegt in den sicheren und sensiblen Händen von Domkapellmeister Thomas Kiefer, an der Orgel begleitet kongenial Kirchenmusikdirektor Martin Bambauer, auch hier ökumenisches Mannschaftsspiel. Im ersten Teil des Werkes kann das Orchester glänzen, die transzendente Musik Mendelssohn Bartholdys strahlt mit den letzten Sonnenstrahlen, die durch die Fenster dringen, um die Wette. Rund 20 Minuten sinfonische Glückseligkeit pur, bevor das eigentliche Chorwerk zum Lobe Gottes, des Herrn beginnt.
"Alles was Odem hat, lobe den Herrn" schmettern die 900 Kehlen und wer bisher noch keine Gänsehaut hatte, ist spätestens jetzt gerührt. Die musikalische Qualität ist großartig, über die gesamten zehn Partien (Anne Kathrin Fetik und Antonia Lutz, Sopran und André Khamasmie, Tenor) hinweg. Ein intensives und nachhallendes Konzert, das auch von großer Leidenschaft bei Organisatoren und Ausführenden zeugt. Beim Verlassen der Halle strahlt auch Bischof Stephan Ackermann und plaudert gelöst mit einigen Damen: "War das nicht toll?"
Ja, uneingeschränkt: Bravo!