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Der Ring – „Ein grandioses Chaos“

Der Ring – „Ein grandioses Chaos“

Eifelkrimi-Autor Jacques Berndorf (Michael Preute) hat am Dienstag seinen neuen Roman präsentiert, vor mehr als 300 Zuhörern im Dorint-Hotel am Nürburgring.

(fpl) Am Ende musste er fast so lange Bücher signieren, wie er vorher erzählt und vorgelesen hatte: Jacques Berndorf hat am Dienstagabend seinen neuen Eifelkrimi mit dem Titel „Die Nürburg-Papiere“ präsentiert – am Ort des finanziellen Schreckens, der berühmtesten Rennstrecke der Welt.

„Ein grandioses Chaos“ nannte er im anschließenden Gespräch mit den Zuhörern das Nürburgring-Projekt (der TV berichtete), bei dem bereits jetzt rund 350 Millionen Euro verbaut worden seien.

Verbaut – und seiner Meinung nach in dem Sand gesetzt: „Alles, was schiefgehen konnte, ist auch schiefgegangen“, sagte der Autor. Für ihn sei deshalb das Thema eine Steilvorlage gewesen. Die Vorlage hat der 74-Jährige nun verwandelt – aber nicht eins zu eins, sondern sozusagen parallel zu den tatsächlichen Ereignissen.

Was ihn vor allem ärgere: In der Eifel „sitzen rundherum Fachleute – die hat man nicht gefragt“. Stattdessen habe man ein Projekt umgesetzt, das aufgeblasen und zu groß sei. Nicht nur das: „Wieso kommt ein alternder Tennisstar namens Bobbele als Botschafter am Ring zustande?“ Das sei den Eifelern nicht zu erklären, zumal dieser „Botschafter“ auch noch eine Menge Geld dafür erhalte.

Fazit des Schriftstellers: „Das ist Kirmes, das ist Zinnober, das ist schlimmer als die Olympiade der Volksmusik.“ Das Publikum dankte mit Applaus und kaufte stapelweise Bücher.