1. Region
  2. Kultur

Der Sänger der Manfred Mann’s Earth Band im TV-Gespräch

Der Sänger der Manfred Mann’s Earth Band im TV-Gespräch

Immer wieder parkt der Tourbus der 1971 gegründeten Manfred Mann’s Earth Band auch vor der Baldenauhalle in Morbach. Der Volksfreund sprach mit dem Sänger Robert Hart, für den der Hunsrück-Ort eine Premiere bedeutet – er ist erst seit 2011 dabei.

Manfred Mann's Earth Band ist eine dieser Gruppen, bei denen der ständige Wandel längst zum Konzept geworden ist: In der fünfköpfigen Band spielen nur zwei Gründungsmitglieder - zeitweise war Manfred Mann sogar alleine. Die Liste der Ex-Mitglieder enthält rund 20 Namen - darunter die Sänger Chris Thompson und Noel McCalla. Deren Nachfolger wurde 2011 der Brite Robert Hart. TV-Redaktionsmitglied Frank Göbel unterhielt sich mit dem 53-jährigen, der am 9. März in der Baldenauhalle in Morbach am Mikrofon steht.

Wo erreiche ich Sie denn jetzt?

Robert Hart: Ich bin zu Hause - in Bournemouth an der englischen Südküste.

Am Freitag spielen Sie ja in Morbach mit Manfred Mann's Earth Band, deren Sänger Sie seit einiger Zeit sind. Wie lief es denn bisher?

Robert Hart: Fantastisch. Ich habe ja vor ziemlich genau einem Jahr Peter Cox abgelöst und die anderen scheinen recht glücklich mit mir zu sein. Ich füge mich wohl auch ganz gut ein - und die Band rockt im Moment richtig! Ich bin schon lange ein Fan und es war mir eine besondere Ehre, gefragt zu werden, ob ich mitmachen möchte.

Suchen Sie denn die Songs, die live gespielt werden, mit aus?

Robert Hart: Hauptsächlich sucht Manfred die Lieder aus, aber er ist da offen für Vorschläge. Ich wollte zum Beispiel gerne Bob Dylans "You Angel You" spielen - und so ist es auch in der Setlist gelandet. Ich mag die "Blinded By The Light"-Periode sehr.

Kennen Sie Deutschland gut?

Robert Hart: Ja, ich glaube schon. Das erste Mal bin ich 1992 nach Deutschland gekommen - als Sänger von "New Legend" bin ich mit Peter Maffay auf Tour gewesen.

Und 1998 hatten Sie im Film "Ritchie Rich" eine kleine Rolle - genauso wie Claudia Schiffer.

Robert Hart: Das ist ja lustig, dass Sie das kennen. Ja, diese kleine Rolle als Drummer habe ich von Mick Fleetwood übernommen, der sie eigentlich füllen sollte. Aber Claudia Schiffer habe ich dabei leider nicht getroffen. Hätte ich aber gerne.

Schauen Sie sich die Orte an, an denen Sie auftreten?

Robert Hart: Ja, wenn der Zeitplan das zulässt, mache ich das ganz gerne.

Und können Sie sich später an die Orte erinnern?

Robert Hart: Das ist wirklich sehr schwer. Meistens erinnere ich mich wieder, wenn ich dann nochmal da bin. Ich glaube aber, ich war noch nie in Morbach. Das ist eher ein kleiner Ort, oder?

Ja, könnte man so sagen. Er liegt sehr schön - aber erwarten Sie nicht zuviel Nachtleben nach dem Auftritt!

Robert Hart: (lacht) Gut, dann geht's also sofort zurück an die Hotelbar.

Was hätten Sie wohl mit Ihrem Leben gemacht, wenn Sie nicht Musiker geworden wären?

Robert Hart: Ich war nach der Schule eine Zeit lang Profi-Fußballer für Leeds, bin da aber nicht lange geblieben. Vielleicht wäre das etwas gewesen - aber Sportlerkarrieren sind ja oft eher kurzlebig.

Da ist ihre Karriere ja anders verlaufen: Sie sind seit über 30 Jahren gut im Geschäft: Sowohl als Solokünstler, aber auch mit Bands wie Bad Company - und jetzt eben mit Manfred Mann.

Robert Hart: Oh ja, da hatte ich wirklich Glück. Das hätte ich auch am Anfang meiner Karriere nie gedacht! Letztlich scheint es aber ganz gut gelaufen zu sein.

Sind Sie denn in einer musikalischen Familie aufgewachsen?

Robert Hart: Ja, meine Eltern haben beide Musik sehr gemocht und mich auf jeden Fall ermuntert, daraus eine Karriere zu machen. Mein Vater hat übrigens auch gesungen.

Und setzt sich das fort? Sie haben ja auch zwei Kinder.

Robert Hart: Ja mein Sohn ist ein toller Schlagzeuger und meine Tochter singt sehr gut - aber die machen das nicht professionell. Meine Tochter hat sich auch schon die Earth Band angesehen - und hat es geliebt.

Hören Sie aktuelle Pop-Musik?

Robert Hart: Ja schon. Ich mag natürlich eher Songwriter wie James Morrisson. Die Foo Fighters sind eine unglaubliche Band. Und ich mag Adele sehr.

Die Auftritte der nächsten Wochen liegen ja nicht so dicht zusammen. Was machen Sie denn zwischen den Shows?

Robert Hart: Songs schreiben. Aufnehmen. Alles was ich mache, hat mit Musik zu tun.

Wirklich alles? Haben Sie keine Hobbies?

Robert Hart: Nein, das ist bei mir eher unspektakulär: Ich jogge gerne, gehe mal ins Kino. Nichts besonderes, wirklich. Doch ja, das Joggen ist wirklich toll, um den Kopf frei zu bekommen und sich vom Tourstress zu erholen. Ich lebe ja an der Küste und genieße es immer wieder, wenn das Meer in Sicht kommt.

Zur letzten Fußball-WM haben Sie einen Song aufgenommen. "We are not going home emtpy-handed" - wobei das für England ja nicht so ganz hingehauen hat. Wer geht denn bei der EM nicht mit leeren Händen nach Hause?

Robert Hart: Ich könnte mir vorstellen, dass Deutschland das schafft. Ihr seid im Moment wirklich gut. Die Engländer haben jedenfalls kaum eine Chance, glaube ich. Also: Ich setze mein Geld lieber auf Deutschland.

Hoffentlich behalten Sie diesmal Recht. Mr. Hart, ich danke für das Gespräch und wünsche noch eine gute Tour!

Robert Hart: Gern geschehen und einen schönen Tag noch!