Der Vielfraß wankt

Letztmalig darf der Australier Hugh Jackman im Kino als Wolverine seine scharfen Krallen ausfahren. Nebst Auftritten in den Filmen der "X-Men"-Reihe hat Jackman den auf eine Comic-Vorlage des amerikanischen Marvel-Verlages zurückgehenden Mutanten bereits in zwei Solo-Auftritten verkörpert.

Wie beim Vorgänger von 2013 ("Wolverine: Weg des Kriegers") kommt auch diesmal die Regie vom Amerikaner James Mangold. Wolverine (deutsch: Vielfraß) präsentiert sich in "Logan" als wankendes, dem Alkohol zusprechendes, suizidales Wrack mit grauen Haaren und geröteten Augen. Unweit der mexikanischen Grenze muss sich Logan, alias Wolverine, um seinen Mentor kümmern, Professor X, den Gründer der Superheldentruppe X-Men. Als eine mexikanische Krankenschwester Logan aufsucht, gewinnt der Film an Fahrt: Sie bittet ihn, sich um ein kleines Mädchen namens Laura zu kümmern. Dass Laura kein gewöhnliches Mädchen ist, vielmehr selbst ein mit speziellen Kräften ausgestatteter Mutant, wird Logan klar, als er die Kleine erstmals im Kampf erlebt. Dafine Keen ist wunderbar mit ihren ernsten Augen, die aus einem schmalen, spitznasigen und doch hübschen Gesicht blicken. Ihre Laura ist wunderbar unkonventionell; nimmt sich im Supermarkt, was ihr gefällt, muss in Sachen Tischmanieren erst lernen, was akzeptiert ist. Die 127 Millionen US-Dollar, die der Film verschlungen haben soll, zahlen sich aus. "Logan" sticht aus der Masse der oftmals mittelmäßigen Comic-Verfilmungen, die uns aus Hollywood erreichen, heraus.
Matthias von Viereck, dpa
Der Film läuft ab heute im Cinemaxx Trier sowie in den Kinos in Bitburg, Prüm und Daun.

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