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Der Weg vom Stein zur Folie

Der Weg vom Stein zur Folie

Sie liebt Steine und Beton, aber auch Acryl oder Folie: Eine Werkschau über den künstlerischen Weg der Bildhauerin Susanne Specht zeigt die Galerie Contemporanea in einer interessanten Ausstellung.

Oberbillig. Steine standen lange im Mittelpunkt der Arbeiten von Susanne Specht. Dabei begreift die in Krefeld lehrende Professorin für Bildhauerei den Stein nicht als Material, das es ohne Rücksicht auf seine eigene Individualität zu formen und zu behauen gilt. Eher gehört die 1958 in Saarbrücken geborene Künstlerin, zu denen, für die der Stein bereits Gestalt ist. Diese gilt es durch Fenster und Aussparungen zu öffnen, um Einsicht in das Innere zu gewinnen und ans Licht zu bringen.
Susanne Spechts bevorzugter Stein ist der Eklogit, jenes uralte Basalt ähnliche Gestein, das unter unvorstellbarem Druck tief unten in der Erdkruste entstanden ist. Susanne Spechts griffige Steinskulpturen mit ihrer rauen gefensterten Oberfläche aus deren Öffnung häufig eine glatte Fläche auftaucht, bieten denn auch mehr als Ästhetik.
Sie sind Sinnbild für die Schichtungen und Wechselfälle unserer Erdgeschichte und ihre verborgenen Tiefen. Inzwischen hat sich die Bildhauerin weniger hartem Material zugewandt als dem Stein. Auch ihre neun geometrischen Raumkörper aus Beton weisen Aussparungen und Einschnitte auf, die Abdrücke der Schalung wie die Farbe machen die strenge Form lebendig und sinnlich. Aber auch diese Formen denkt Susanne Specht weiter fort, löst ihre strenge Ordnung auf und geht in die Fläche. Was Form war, wird Ornament aus Acryl oder Folie, das allerdings immer eine strenge Grundordnung behält.
Die Ausstellung in der Galerie Contemporanea macht an reizvollen Beispielen die künstlerische Entwicklung der Bildhauerin nachvollziehbar. Eine sehr lohnende Schau. er

bis 24. November nach Vereinbarung, Telefon: 06501/12297, www.contemporanea.de