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Die Band mit dem komischen Namen

 Patrick Sheehy, Leadsänger von Walking on Cars, überrascht mit seiner markanten Reibeisenstimme. TV-Foto: Jasmin Wagner
Patrick Sheehy, Leadsänger von Walking on Cars, überrascht mit seiner markanten Reibeisenstimme. TV-Foto: Jasmin Wagner FOTO: (g_kultur
Luxemburg. Mit dem Namen der fünfköpfigen irischen Band kann wohl kaum jemand etwas anfangen. Doch ihre Songs dürften die meisten aus dem Radio kennen. Wie gut ein Livekonzert klingen kann, haben die Musiker im ausverkauften Musikclub Den Atelier vor über 1000 Zuhörern gezeigt. Jasmin Wagner

Luxemburg. Walking on Cars? Was ist das für ein Name? Sind die Bandmitglieder so wild, dass sie gerne über Autos laufen?
Der Name klingt nach Punkrock. Aber weit gefehlt. Die irische Band hat sich dem Alternative-Rock der sanfteren Gangart verschrieben. Mit ihrem Song "Speeding Cars" ist ihnen im Frühjahr der Durchbruch in Deutschland gelungen. Dabei gibt es die Bands bereits seit sechs Jahren. In ihrem Heimatland genießen die fünf Iren, die sich aus ihrer Schulzeit kennen, bereits Kultstatus. Ihre Debütsingle "Catch me if you can" stieg 2013 auf Anhieb in die irischen Single-Charts ein. Mittlerweile ist der Song auch in den deutschen Radios oft zu hören.
Bei dem Konzert im Luxemburger Atelier wird schnell deutlich, dass sich die Musiker von Walking on Cars schon lange kennen: Sie sind gut eingespielt, und ihr Sound klingt rund und abgestimmt. Das Intro mit Sinéad O'Connors "Nothing Compares to You" und Princes "Purple Rain" schafft eine mystische Stimmung. Die Stimme von Sänger Patrick Sheehy klingt erstaunlich nach Reibeisen. Der Mann mit Schiebermütze und Ringel-Shirt ist eher von schmaler und feingliedriger Statur. Aber mit seiner Stimme und Gestik trägt er das ganze Konzert, das leider nur eine Stunde dauern wird. Mit großen Ansagen oder Anekdoten hält er sich nicht auf. Es folgt Song auf Song. Vor allem das jüngere, weibliche Publikum, hängt ihm dabei an den Lippen und singt jede Zeile mit.
Die Musik von Walking on Cars handelt eher von traurigen Dingen wie Liebeskummer und Sehnsucht, ist aber melodisch und eingängig. Viel Akustikgitarre und Klavier, das übrigens von dem einzig weiblichen Bandmitglied, Sorcha Durham, gespielt wird.
Vielleicht spielt bei ihrer Musik auch ein bisschen die Abgeschiedenheit der irischen Küste mit hinein, denn von dort kommen die Musiker. Sie stammen aus dem 1600-Einwohner-Ort Dingle im Westen von Irland. Ihre ersten Songs schrieben sie in einem kleinen Häuschen ohne Internet oder Handyempfang. Produziert wurde ihr erstes Album von Tom McFall, der unter anderem auch mit Snow Patrol zusammenarbeitete, zu deren Musik es durchaus stilistische Parallelen gibt. Die englische Band setzt ebenfalls auf sanften Alternative-Rock mit viel Gitarre. Der erste große Hit von Snow Patrol war übrigens "Chasing Cars". Apropos Autos: Der Bandname war übrigens ein Vorschlag von Schlagzeuger Evan Hadnett. Eigentlich nur aus Spaß, aber die anderen vier fanden den Namen gut.
Das Debüt der fünf Iren ist jedenfalls gelungen. Man darf sich auf das zweite Album freuen!
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