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Die Brüder Kutrowatz spielen in Trier mit Kraft und Tempo

Die Brüder Kutrowatz spielen in Trier mit Kraft und Tempo

Mit widerstandsfähigen Trommelfellen ausgerüstet, haben die Zuhörer das Konzert der Kutrowatz-Brüder am besten überstanden. Für den Abend im Kurfürstlichen Palais hat das Mosel Musikfestival mit dem Österreich Forum Trier zusammengearbeitet.

Trier. Schneid haben die Herren - keine Frage. Und da sie auch noch aus dem Land Johann Nepomuk Nestroys kommen, gilt: Hauptsache "mich unterhalt\'s". Das tat es, sofern man widerstandsfähige Trommelfelle hatte. Denn an Spielfreude, Kraft und Ausgelassenheit ließen es die beiden Brüder Eduard und Johannes Kutrowatz wahrlich nicht fehlen.
Schon gleich eingangs bei Franz Schuberts Polonaisen war klar: Hier wurden musikalisch Pfähle gerammt. Ein Miesepeter, der da gleich nach Nuancen schreit. Immerhin wurde Liszts zweihundertster Geburtstag gefeiert. Wenn das mal kein Anlass ist, auf die Pauke zu hauen. Dieser glich das Klavier an diesem Abend. Schneller, lauter, weiter war bei Antonin Dvoráks slawischen Tänzen angesagt, Formel eins für vier Hände auf Tasteninstrument. Danach hieß es Atemholen in der Pause, bevor Franz Liszt dran war, der zu Ehrende, mit der Ungarischen Rhapsodie Nr. 14 und der wunderbaren Nr. 2 in der Originalfassung zu vier Händen. Da wurde es dann hochvirtuos, aber ärgerlich. Das Wiener Duo präsentierte genau jenen Liszt, den wir spätestens nach Alfred Brendels berühmter Aufsatz zur "Ehrenrettung" des Komponisten vergessen wollten. Da war nichts mehr von Unterordnung des Instruments unter die Musik. Das war pianistisches Hightech pur, die beiden Musiker wurden zu musikalischen Hochseilakrobaten. Mal bombastisch, mal rasant kam die Musik daher, um mit Donnerhall ins Leere zu laufen. Dabei gab es auch hoffnungsvolle Augenblicke, dann, wenn die Brüder die Musik zum Leuchten brachten oder zu Beginn der Ungarischen Rhapsodie Nr. 2, wo sie mit einer intelligenten Mischung aus Düsternis, Klangseligkeit und Teuflischem faszinierten. Nicht zu vergessen die wunderschön nachdenkliche Brahms-Zugabe. Wie hatte schon Pianist Brendel erkannt: "Hören ist Lust und Leid". Fürs Publikum war\'s wohl größtenteils Lust, wie der donnernde Applaus bestätigte. er