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Die Flucht aus dem Tempel

Die Flucht aus dem Tempel

Zwei Menschen, die aus Klöstern fliehen, sich verlieben und ihr Glück im weltlichen Leben finden: Es ist eine Geschichte aus einer fernen Kultur, aus einer lang vergangenen Zeit, die das chinesische Zhao Liang Art Ensemble nach Trier bringt. Zu sehen am Mittwoch im Großen Haus des Theaters Trier.

Trier. Eine junge Frau hadert mit ihrem Leben, sie wurde als Kind von den Elten in ein Kloster gesteckt und muss nun ein in ihren Augen trostloses, geistliches Dasein fristen. Ein junger Mann teilt ihr Schicksal, auch seine Eltern brachten ihn als Kind in ein Mönchskloster. Auch er sehnt sich nach einem weltlicheren Leben. Beide fliehen heimlich aus ihren Klöstern, um nach einem Liebsten zu suchen. Auf dem Weg begegnen sie sich, verlieben sich ineinander und heiraten.
Es geht um ein bisschen stilles Glück, um Zufriedenheit mit dem einfachen Leben, um die Hinwendung zum Weltlichen und die Abwendung vom rein Geistlichen.
Vor 300 Jahren in China


Ähnlich hätte es sich vor einigen Hundert Jahren auch hierzulande zutragen können, als Mädchen und Jungen bereits im Kindesalter in Klöster gesteckt wurden. Die Geschichten um den jungen Mönch und die junge Nonne spielen jedoch vor rund 300 Jahren in China. Die Klöster sind buddhistische Tempel und die beiden Liebenden Figuren aus den chinesischen Opern "Die Sehnsucht nach der weltlichen Erde" und "Der Abstieg vom Berg". Im Theater Trier gastiert mit dem Zhao Liang Art Ensemble aus Peking eine moderne chinesische Theatergruppe, die aus den traditionellen Stoffen etwas Neues gewebt hat: das Tanzdrama "Escaping from the temple".
"Die Geschichte von ‚Escaping from the temple' wird auf die beiden traditionellen Opern zurückgeführt", erklärt Produzent Hongjia Qi: "Zum ersten Mal wird aus dem Stoff ein Tanzstück." Der Stoff, der sogenannten Kunqu-Oper, einer Form der chinesischen Oper, stelle eine Auseinandersetzung mit den traditionellen Moralvorstellungen und den strengen, buddhistischen Lehren dar.
"Die Kunqu-Oper ist melodisch, es wird viel gesungen, zwar gibt es auch viel Bewegung, aber nicht so akrobatisch, wie beispielsweise in der Peking-Oper. Sie ist künstlerischer", erklärt Qi.
Der Choreograph des Ensembles Zhao Liang habe bereits zwei Tanzstücke gemacht, die sich nun mit diesem zu einer Trilogie ausformen. "In all diesen Stücken geht es um Sehnsucht", sagt Qi. Zum ersten Mal ist das Ensemble aus Peking mit seinem neuen Stück außerhalb von China. Dreimal spielen sie in Deutschland, in Offenbach, in Stuttgart und in Trier. Der Intendant des Theaters Trier, Karl Sibelius, blickt gespannt auf den Besuch des Ensembles: "Wir freuen uns, das international bekannte und ausgezeichnete Zhang Liang Art-Ensemble im Theater Trier willkommen zu heißen. Multikultureller Austausch im künstlerischen Bereich ist eine Chance für die ganze Gesellschaft."
Escaping from the temple, Mittwoch, 13. Juli, 19.30 Uhr, Großes Haus,Theater Trier.