Die Frau als Wunder der Evolution

Die Frau als Wunder der Evolution

Nach einem umjubelten Auftritt im vergangenen Jahr ist die "Petits Fours"-Revue erneut im Trie rer Theater zu Gast. TV-Redakteur Hans-Peter Linz sprach mit Clarissa Karnikowski-Miehl, Mitorganisatorin und Darstellerin der Revue.

Trier. Sinnliche Weiblichkeit, ein Schuss Frivolität und ein wenig Nostalgie sind die Zutaten der Burlesque-Revue "The Petits Fours", die mit ihrer Glamourshow am Dienstag, 18. März, im Trierer Theater gastiert. Clarissa Karnikowski-Miehl erzählt von der Revue, bei der auch in diesem Jahr wieder die Schweizer Tänzerin Zoe Scarlett und "Miss Honey Lulu" aus Großbritannien dabei sind.

Was ist eigentlich Burlesque?
Clarissa Karnikowski-Miehl: Burlesque ist ein stilvolles Entkleiden mit einem Augenzwinkern und Selbstironie. Man geht dabei nie bis zum Äußersten und steht zu sich selbst - auf komödiantische Weise.

Sie verkörpern dabei ein eigentlich antiquiertes Frauenbild ...
Karnikowski-Miehl: Das darf man nicht ernst nehmen. Wir bewegen uns in den 1930er, 40er und 50er Jahren. Das war eine Zeit, in der es verboten war, sich auszuziehen. Es geht aber auch um die Kostüme dieser Zeit, die Musik, den ganzen Lebensstil. Wir sind als "Petit Fours" ja durchaus frech auf der Bühne. Wir nehmen das Publikum mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit.

Was erwartet die Zuschauer?
Karnikowski-Miehl: Es gibt einen Mix aus Burlesque, Comedy und Musik der 1930er, 40er und 50er Jahre. Es sind viele kleine Acts, die sich um ein beherrschendes Thema drehen: die Frau als Wunder der Evolution. Männer sind da eher nebensächlich.

Gibt es eine eigene Burlesque-Szene in Deutschland?
Karnikowski-Miehl: Ja, und die wächst immer mehr. Es gibt natürlich eine Hardcore-Szene, die sich auf bestimmte Clubs in den Großstädten konzentriert, und in der die Shows heftiger sind. In unserer Show sind Künstlerinnen aus mehreren Szenen dabei. Es gibt Musical-Darstellerinnen, aber auch Tänzerinnen, die Burlesque auch im Privatleben ausleben. Wir bieten in unserer Show schöne Acts, die sich an ein breites Publikum richten. Wir treten aber auch auf der Reeperbahn in Hamburg auf.

Wie reagiert das Publikum auf Ihre manchmal frivole Show?
Karnikowski-Miehl: Manche sind am Anfang peinlich berührt. Danach sind sie aber begeistert. Wir provozieren mit Freude, aber nicht unter der Gürtellinie. Wir beobachten häufig, dass die Männer erst abwarten, wie die Frauen im Publikum reagieren, dann sind sie aber auch voll dabei.

Und da wird auch schon mal ein Mann aus dem Publikum auf die Bühne gebeten?
Karnikowski-Miehl: Ja, das kann passieren - was wir mit dem machen, ist immer eine Überraschung.
An welchen Orten treten Sie in der Regel auf?
Karnikowski-Miehl: Seit etwa zwei Jahren läuft das Showgeschäft gut. Wir machen in ganz Deutschland pro Jahr 50 bis 60 Shows und sind regelmäßig in Hamburg auf der Bühne. Inzwischen werden wir auch für Kreuzfahrtschiffe gebucht und sind schon auf der MS Europa und auf der MS Deutschland aufgetreten. Da jubelte auch das Ü-70-Publikum am Ende der Show. Uns ist wichtig, dass wir nah am Publikum sind, deshalb suchen wir uns die Veranstaltungsorte auch genau aus und treten am liebsten vor höchstens 500 Leuten auf. hpl
Die Burlesque-Revue "The Petits Fours" ist am Dienstag, 18. März, um 20 Uhr im Trierer Theater zu sehen.
Karten gibt es im TV-Service-Center Trier, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie im Internet auf www.volksfreund.de/ticketsExtra

Burlesque will vor allem unterhalten und nicht primär erregen - weder die Gemüter noch die überwiegend männlichen Gäste im Zuschauerraum. Darum ziehen die Damen auf der Bühne auch nie vollkommen blank. Wichtiger Bestandteil jeder Burlesque-Show: die Busenbommel, im Fachjargon Pasties oder Titti Twister (Foto: dpa) genannt. Die werden auf die Brustwarzen geklebt und sorgen dort für ein Mindestmaß an Bekleidung - bei einem gleichzeitigen Höchstmaß an Nacktheit. eg