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Die Frau, die zu Evita wird

Die Frau, die zu Evita wird

TRIER. Für Anna-Maria Kaufmann ist der Auftritt als "Evita" am Samstag um 20.30 Uhr auf dem Trierer Domfreihof etwas ganz Besonderes. Warum, erzählt der Star des vom TV präsentierten Open-Air-Musicals im Interview – und plaudert über ihre Auseinandersetzung mit der Figur der Eva Perón und Parallelen zum Leben der argentinischen Nationalheldin.

Sie sind am Wochenende in Trier zu Gast. Mit welchen Gefühlen sehen Sie Ihrem Auftritt entgegen?Kaufmann: Ich freue mich sehr, nach Trier zu kommen. Diese Aufführung hat für mich viele besondere Aspekte: Ich liebe es, unter freiem Himmel zu spielen. Es ist die erste Evita-Vorstellung in diesem Sommer. Trier ist die älteste Stadt Deutschlands, es hat eine bewegte Geschichte. Und vor allem: Meine Vorfahren kommen aus dieser Gegend. Sie sind Kanadierin, aber die Familie Ihres Vaters stammt aus Hallschlag in der Eifel. Welche Bedeutung hat das für den Auftritt in Trier? Kaufmann: Ich bin stolz, hier aufzutreten. Vor allem mein Vater freut sich sehr, wenn ich ihm erzähle, dass ich hier gastiere. Meine Eifeler Verwandten kommen wahrscheinlich auch. Sie spielen in dem Musical die Titelrolle von "Evita" Eva Perón. Wie nähert man sich einer solchen Figur an?Kaufmann: Es ist eine große Aufgabe und eine große Ehre, Eva Perón darzustellen. Ich studiere diese Person und lese über sie, ich wachse immer weiter in sie hinein. Ich hatte gerade eine besondere Begegnung: Auf der Willkommensfeier für die argentinische Nationalmannschaft bei der Fußball-WM habe ich gesungen - erst auf Englisch, dann bin ich ins Spanische gewechselt: "No Llorres Por Mi Argentina". Plötzlich standen die Spieler auf und skandierten: "Argentina! Argentina!" Es war ein tolles Erlebnis, dass ich die Argentinier in dieser Figur erreichen konnte. Sie haben mal gesagt, dass Sie Parallelen sehen zwischen Ihrem Leben und dem Eva Peróns. Welche?Kaufmann: Ich komme aus Alberta in Kanada, das ist eine Gegend, in der es viel Rindvieh gibt, genau wie in den Pampas, wo Eva Perón herkam. Sie ist alleine weggegangen und hat ihren Weg gesucht. Ich bin auch ganz weit weg von Zuhause und habe meinen Weg gemacht. Sie spielen die "Evita" schon seit drei Jahren - wie schaffen Sie es, sie immer wieder mit Leidenschaft zu verkörpern, keine Routine aufkommen zu lassen?Kaufmann: Es gibt keine Routine, weil immer viel Abstand zwischen den Aufführungen ist. "Phantom der Oper" habe ich 500 Mal gespielt, jeden Tag, und am Ende hatte ich wirklich genug. Bei "Evita" glaube ich nicht, dass ich aus der Rolle herauswachse. Ich freue mich immer wieder darauf, sie zu spielen. Sie sind ein Musicalstar, aber genauso bekannt als Opernsängerin, und als Schauspielerin haben Sie auch schon gearbeitet. Als was sehen Sie sich in erster Linie?Kaufmann: Ich bin eine klassische Sängerin, ich habe ein Gefühl für Musicals, und ich tanze gerne. Es macht mir riesigen Spaß. Ich erreiche die Menschen - das ist, denke ich, der Grund, mich für so verschiedene Rollen zu engagieren. Sie haben in der Vergangenheit immer wieder Neues ausprobiert - was dürfen wir in der Zukunft von Ihnen erwarten?Kaufmann: Ich habe im Herbst verschiedene Aufnahmen und trete in Fernsehsendungen auf. Wir arbeiten an einer neuen CD-Produktion, ich werde in der Oper "Pagliacci" die Nedda spielen. Außerdem singe ich im November drei Konzerte zum Mozart-Jubiläum. Die Arbeit an einem solchen Repertoire hält meine Stimme fit. Ich arbeite einfach weiter an mir, das ist das Wichtigste. S Mit Anna-Maria Kaufmann sprach TV-Redakteurin Inge Kreutz. Der TV verlost 10x2 Tickets für Evita auf dem Domfreihof. Wenn Sie gewinnen möchten, müssen Sie einfach heute, zwischen 0 und 12 Uhr, auf der TV-Hotline anrufen und das Stichwort "Evita" nennen. Die Nummer ist 01379/375006 (49 Cent pro Anruf aus dem Festnetz der DTAG). Viel Glück. Die Gewinner werden am nachmittags benachrichtigt.