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Die Galerie Junge Kunst zeigt Werke eines Briten, der die Inspiration am Wegesrand findet.

KULTUR : So wird Unbedeutendes bedeutend

Die Galerie Junge Kunst zeigt Werke eines Briten, der die Inspiration am Wegesrand findet.

(red) Die Galerie Junge Kunst zeigt vom 1. Dezember bis 19. Januar 2019 Werke von Richard Mackness. Kuratoren der Ausstellung, die am 30. November um 20.30 Uhr eröffnet, sind Britta Deutsch und Stefan Philipps.
Das Verhältnis zwischen Natur und der „künstlichen Welt“ ist eines der Grundthemen des Schaffens von Richard Mackness. Die Motive für seine Arbeiten liegen zufällig am Wegesrand. Auf dem Weg zu seinem Studio in der nordenglischen Stadt York sammelt er Dinge, die dann zum Ausgangspunkt für seine Objekte und Skulpturen werden.
Mackness interessiert sich für Formen, Farben und Strukturen, seien es Blätter, Zweige, Samenkapseln oder Überreste von Tieren, oder auch menschliche Artefakte wie Fastfoodverpackungen, Getränkedosen, Autoteile, Kleidungsstücke, Plüschtiere. Alles ist für ihn „kunstträchtig“. So wird das Sammeln auf dem Radtrip zu seinem Atelier zu einer linearen archäologischen Ausgrabung unserer Zeit. Ein Jetzt-Zeit-Museum des Unbedeutenden, Heruntergefallenen und achtlos Weggeworfenen. 
Die Fundstücke werden nicht einfach abgeformt und abgegossen. Mackness modelliert sie wie eine klassische Skulptur zunächst in Ton und erschafft so eine neue Realität, die dann in Materialien wie Bronze, Aluminium, Beton oder Kunststoff abgegossen wird und dadurch eine weitere ästhetische oder inhaltliche Konnotation erhält. Unscheinbares wird durch diese Transformation in einen „Gedenk- oder Denkgegenstand“ verwandelt.
Die Schau (Karl-Marx-Straße 90) ist samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen.