Die Galerie Palais Walderdorff zeigt Arbeiten von Ulrich Lebenstedt

Ausstellungen : Die Kunst als Weg zur Freude

Die Galerie Palais Walderdorff zeigt Arbeiten von Ulrich Lebenstedt.

„Alle Kunst ist der Freude gewidmet“. Friedrich Schillers schöpferische Maxime hat sich auch Ulrich Lebenstedt zu eigen gemacht. „Es hat mir schon immer Spaß gemacht, gestalterisch zu arbeiten“, sagt der Künstler, dem die Trierer Gesellschaft für Bildende Kunst als langjährigem Mitglied derzeit eine Ausstellung widmet.  Mehr mag der Mann mit dem freundlichen nachdenklichen Gesicht, der seit langem zu den Säulen der örtlichen Kunstszene gehört, zu seiner Arbeit gar nicht sagen. Über sein Werk Botschaften zu verkünden, ist dem Moselaner, der 1940 in Kröv geboren wurde, wesensfremd. Dafür ist ihm die Kunst umso vertrauter. In der Buchdruckerei des Großvaters hatte der Junge Gelegenheit, sich früh mit allen möglichen Fragen der Gestaltung auseinanderzusetzen. Beim Vater, einem Bildhauer, machte der Künstler die ersten gestalterischen Gehversuche, lernte zeichnen und modellieren. Der heute in Trier lebende Maler und Bildhauer erlernte zunächst das Malerhandwerk. Er absolvierte anschließend ein Studium der Malerei und Mosaikgestaltung, sowie der Lacktechniken an der Trierer Werkkunstschule und wurde dort Schüler von Reinhard Heß. Neue Perspektiven taten sich auf, als er  in die Keramik-Industrie wechselte und Entwürfe zur Wandgestaltung von Hallenbädern wie zur Gestaltung von Kirchen fertigte, darunter die  Pfarrkirche St.Peter in Trier-Ehrang. Inzwischen arbeitet der Trierer Altmeister seit vielen Jahren als freier Künstler. Die aktuelle Ausstellung im Palais Walderdorff  zeigt Gemälde und Skulpturen. Auf den ersten Blick ist klar: In Lebenstedts Werk hängt alles mit allem zusammen. Ein abstraktes Werk, der französischen Moderne und besonders dem Kubismus verpflichtet. Freude kommt aus den Farbklängen der Gemälde herüber.  Allerdings ist es  keine laute, überbordende Fröhlichkeit. Es ist eine gedämpfte, wohltuende,  nach innen gekehrte Heiterkeit, die sich in den zumeist gebrochenen weichen Farbtönen darstellt. Ulrich Lebenstedts Gemälde haben den gleichen Formenkanon wie seine Plastiken aus Ton und Keramikfarben. Wie die in den Raum übertragenen Kompositionselemente seiner Gemälde mutet die Architektur seiner keramischen Arbeiten mit ihren kompakten oder dramatisch gegeneinander gesetzten Formen. Wohlbedacht ist die raue oder glatte Oberfläche sowie ihre farbliche Gestaltung. Ulrich Lebenstedts Freude am künstlerischen Schaffen ist eben kein sich selbst genügender, einzig auf Vergnügen ausgerichteter Prozess. Wer die engen Bezüge seiner beiden Werkgruppen mit ihren Wechselwirkungen betrachtet, der erkennt unverzüglich den genauen Planer, der die Möglichkeiten des Materials auslotet und dem es auf Nuancen im Ausdruck ankommt.  Nicht zu vergessen: Lebenstedts Liebe zur geometrischen Form. Das Werk des Trier Künstlers darf als ein ausgesprochen authentisches Werk gelten, das in seinen sanften Farbklängen und seiner inneren Dramatik das Wesen des Künstlers spiegelt.

Bis 11.Februar, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 15 bis 19 Uhr, Samstag 11 bis 14 Uhr

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