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Die Herren des Rings

ADENAU/FRANKFURT. (red/dpa) Das größte deutsche Festival steigt auf dem Nürburgring - allerdings ein Wochenende später als bisher: "Rock am Ring" wandert von Pfingsten, dem traditionellen Festivalwochenende, auf das erste Wochenende im Juni. Darauf einigten sich die Konzertagentur Marek Lieberberg und die Nürburgring GmbH.

Der Streit um das Festival auf dem Nürburgring ist beigelegt: In den beiden kommenden Jahren findet "Rock am Ring" jeweils am 4. bis 6. Juni statt. Das Parallel-Festival "Rock im Park" in Nürnberg wird ebenfalls erst im Juni stattfinden. Die Nürburgring GmbH hat nach 18 Jahren "Rock am Ring" der Formel 1 für 2004 den traditionellen Pfingsttermin in der Eifel überlassen. Auf dem Nürburgring wird am 30. Mai der Große Preis von Europa gefahren. Gestern setzten die Konzertagentur Marek Lieberberg und die Nürburgring GmbH fast gleichzeitig eine entsprechend abgestimmte Erklärung an die Presse ab. Darin heißt es, dass man sich in partnerschaftlichem Geist und vertrauensvoll auf eine Fortsetzung der erfolgreichen Kooperation bis 2007 geeinigt habe.Verärgerung scheint verflogen

Nichts war mehr zu spüren von Verärgerung und dem Engagement, mit dem der Konzertveranstalter Marek Lieberberg um sein Traditions-Pfingst-Festival in der Eifel gekämpft hatte (der TV berichtete). Ausgelöst wurde alles durch eine Terminverschiebung: Die Nürburgring GmbH hatte den Formel-1-Grand-Prix auf das letzte Maiwochenende gelegt - allerdings ohne Rücksprache mit Lieberberg. Genug Stoff für Streit: Der Konzertveranstalter setzte ein Ultimatum und kündigte für den Fall einer Terminverlegung sogar Schadenersatzforderungen an. Verschieben oder verlegen - das war lange die Frage für die vielen Fans des Festivals, die jedes Jahr in die Eifel kommen. Als Ausweichspielstätte hatte bereits der Hockenheimring Interesse signalisiert. "Ich glaube nicht, dass wir irgendwelche Einbußen haben werden", sagte Marek Lieberberg jetzt. Die Terminverlegung sei nun noch frühzeitig genug bekannt gegeben worden, denn die Werbung für das Rock-Spektakel beginne erst im kommenden Monat. Seine Schadenersatz-Androhung von "mindestens" 1,5 Millionen Euro gegen die Nürburgring GmbH sei vom Tisch, ergänzte Lieberberg. Auch 2005 gehe Deutschlands größtes Rock-Festival "Rock am Ring" im Juni über die Bühne. Danach werde wieder Pfingsten angestrebt, der Termin werde dann im Dezember des Vorjahres festgelegt. Beide Seiten hätten jetzt einen neuen Vertrag über vier Jahre mit einer Option für zwei Folgejahre geschlossen.