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Die Klarinette lacht

Die Klarinette lacht

WITTLICH. (mws) "Von Wehmut bis Überschwang" reicht das Repertoire von "David Orlowsky‘s Klezmorim". In Wittlich beeindruckte das junge Trio aus Baden-Württemberg.

Ihre Zuhörer in der Wittlicher Synagoge zogen "David Orlowskys Klezmorim" von der ersten Minute an in ihren Bann. Der 21-jährige Orlowsky (Klarinette), Gitarrist Frank Wekenmann und Florian Dohrmann (Kontrabass) sehen sich - ganz nach der ursprünglichen Bedeutung des Wortes "Klezmer"- als Gefäße der Musik. Sie nehmen ihre Umgebung in sich auf, um sie in ihrer Musik zu verarbeiten. Die Stimmung der vorwiegend von Orlowsky und Dohrmann komponierten Titel reicht von heiter bis melancholisch: "Les voix bulgares" - eine Hommage an die Tradition bulgarischer Frauenchöre - lässt die Klarinette voluminös im Mittelpunkt stehen. Mit hingebungsvollem, beinahe ekstatischem Spiel fasziniert David Orlowsky hier die 130 Zuschauer. Rhythmisch klagen sein Blasinstrument und die Gitarre in "Roma". Als Kontrast zu den osteuropäischen Klängen verbreitet "No lo compliques" Kuba-Feeling, bevor lautes Gelächter der Klarinette die Zuhörer zum Schmunzeln bringt. Tosender Beifall belohnt am Ende des 90-minütigen Programms das Trio. Erst nach drei Zugaben verlassen die "Klezmorim" die Bühne. Einziger Nachteil: die Bestuhlung im Saal. Die Zuschauer "rechts außen" sahen während des Konzerts vorwiegend den Rücken Orlowskys, der mit dem Profil zum Publikum stand.