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Die Könige des Off-Beats

Die Könige des Off-Beats

Trier - die deutsche Hauptstadt der Ska-Musik? Gut, das mag ein bisschen übertrieben sein. Die beste deutsche Ska-Band kommt jedoch aus Trier. Spy Kowlik wird am Samstag in Wiesbaden ausgezeichnet.

Trier. Auf der kleinen Bühne im A/B-Gebäude der Trierer Uni: Acht Musiker auf engstem Raum. Vor der Bühne ist der Platz noch knapper: Hunderte Zuschauer trotzen Hitze und Rauch. Überall Körper in Bewegung. Der Off-Beat zuckt in den Beinen. Der Nachbar schreit ins Ohr: "Ich bin aus Köln. Aber so eine geile Ska-Band gibt es auf unseren Uni-Partys nie zu hören."So ungefähr sah es beim Auftritt der Trierer Ska-Band Spy Kowlik bei der großen Semester-Eröffnungsparty vor ein paar Wochen an der Uni aus. Der deutsche Rock- und Pop-Musikerverband (DRMV) teilt die Begeisterung: Er wird die Trierer am Samstag in der Wiesbadener Rhein-Main-Halle als beste deutsche Ska-Band des Jahres 2007 auszeichnen. Spy-Kowlik-Saxofonist Holger Munz wird die Ehrung entgegennehmen. Nun ist Ska zwar "nur" eine von vielen Nebenkategorien. Aber die Musikrichtung hat auch in Deutschland eine treue Fan- Gemeinde - und bei großen Partys ist Ska ohnehin konsensfähig. "Mehr Auftrittsmöglichkeiten" - das erhofft sich Spy-Kowlik-Schlagzeuger Wolfgang Zähringer, genannt Wölfi, von der Ehrung. In Trier und Umgebung seien die Gelegenheiten eher rar gesät. Zumal Veranstalter eher auf Coverbands setzten als auf kreative Bands. "Es geht uns dabei nicht ums Geldverdienen. Aber draufzahlen wollen wir bei Auftritten nun auch nicht."

In den vergangenen Jahren brachte es die 2001 gegründete Band auf rund zehn Konzerte im Jahr. Ein paar mehr dürften es sein. "Zum Beispiel mal beim Trierer Altstadtfest oder beim FH-Sommerfest", sagt Sänger James Marsh, der vor gut zwei Jahren bei Spy Kowlik eingestiegen ist.

Eine Band mit acht Musikern und verschiedenen Hintergründen - da sind eine gute Logistik und viel Verständnis gefragt. "Ska ist unser gemeinsamer Nenner", sagt Zähringer. Marsh ergänzt: "Es gibt schon mal Kämpfe, welche Musik im Tour-Bus laufen soll."

Nächster Auftritt von Spy Kowlik: 26. Januar, Pantenburg (Kreis Bernkastel-Wittlich)

Extra

Ska: die sehr tanzbare Musikrichtung ist Ende der 50er Jahre in Jamaika entstanden. Markant ist wie beim Reggae der Off-Beat (Betonung eigentlich nicht betonter Schläge) . Typisch sind zudem Bläser-Sätze. Spy Kowlik sind: James Marsh (Gesang), David Turco (git), Simon Jachner (b), Wolfgang Zähringer (Schlagzeug), Jan Goldenstein (Posaune), Markus Kowalik (Trompete), Melanie Wagner (Saxofon), Holger Munz (Saxofon). Band-Infos: www.myspace.com/spykowlik