Die Philharmonie trumpft zum Finale noch einmal auf

Die Philharmonie trumpft zum Finale noch einmal auf

Ende Juni findet auf dem Luxemburger Kirchberg ein doppelter Abschluss statt - die Saison endet und Generaldirektor Matthias Naske geht. Grund genug für die Philharmonie, zum guten Ende noch einmal kräftig aufzutrumpfen.

Luxemburg. In der Philharmonie steigen die Phonstärken Ende Juni regelmäßig drastisch an, und meist folgt auf das offizielle Saisonende noch ein Nachschlag. Diese Regel ist so stabil, dass sie auch durch den anstehenden Wechsel des Generaldirektor-Postens von Matthias Naske zu Stephan Gehmacher nicht erschüttert wird. Diesmal bietet man für die obligatorische End-of-Season-Party (28. Juni, 21 Uhr) mit Peter Kruder, Spinderella und Kevin Saunderson gleich drei umjubelte DJs auf - zum "spektakulärsten Dancefloor weit und breit", wie es im Programm heißt. Und wenige Tage später liefert das Orchestre Philharmonique (OPL) unter Christoph Altstaedt im Grand Auditorium ein "Opernconcert am Summer" mit Jules Massenets "Manon" (5. Juli).
Überhaupt - der doppelte Abschluss erweist sich als eine Art Crescendo - der Lautstärke, aber auch der Attraktivität. Geigerin Julia Fischer bringt zu Monatsbeginn ihr Quartett mit nach Luxemburg. Das spielt Mendelssohn, Schubert und Haydns letztes vollendetes Streichquartett op. 77, 2 (3. Juni). Die Musiker der Academy of St. Martin in the Fields unter Murray Perahia als Leiter und Solist gastieren mit einem leider ziemlich konventionellen Mozart-Programm: der "Serenata notturna", dem "Krönungkonzert", KV 537, und der Es-Dur-Sinfonie, KV 425 (5. Juni).
Überhaupt ist Wiener Klassik wieder ein Standbein im Monatsprogramm. Klavier-Ausnahmetalent Igor Levit spielt in zwei Veranstaltungen mit dem OPL Beethovens 2. und 5. Klavierkonzert (13./14. Juni), wobei das Orchester jeweils danach mit der Alpensinfonie von Richard Strauss zu glänzen verspricht. Zwei Tage später befasst sich das Kammerorchester Basel mit dem "anderen" Beethoven und setzt neben der Ersten Sinfonie die Ballettmusik zu "Die Geschöpfe des Prometheus" und das vielfach unterschätzte Tripelkonzert aufs Programm (16. Juni). Da wirkt das Gastkonzert des Rotterdam Philharmonic Orchester unter Yannick Zézet-Séguin und mit Musik von Debussy, Ravel und Strawinsky wie ein deutlicher Kontrast - ein hochkarätiger zweifellos (22. Juni).
Überhaupt, das OPL. Neben den beiden Beethoven/Strauss-Konzerten ist es beim Auftritt der Preisträger "Reine Elisabeth" dabei, diesmal unter Chef Emmanuel Krivine und im Rahmen der Echternacher Festspiele. Der renommierte Brüsseler Wettbewerb wird dieses Jahr in der Sparte Klavier ausgetragen. Vier Orchester-Mitglieder liefern die Musik zum Cine-Concert mit dem Film "Asphalt" (7. Juni). Und auf der Place Guillaume ergeht sich das OPL in Walzerseligkeit zwischen Johann Strauß und Franz Lehár (21. Juni, 19 Uhr).
Auch im Juni-Programm verstecken sich wieder Raritäten. In der Reihe "Zweimal hören" spielt das Ensemble Resonanz George Crumbs Vietnam-Streichquartett "Black Angels" (13. Juni). Und die hochtalentierte Luxemburger Pianistin Cathy Krier stellt die Klaviermusik von Leos Janacek vor - und dazu eine von ihr eingespielte CD gleich mit (27. Juni). mö