| 20:35 Uhr

Die Popperklopper proben den Aufstand

Die Touren als Popperklopper haben Carsten Junk, Christian Lenz und Lars Germeshausensogar bis nach Moskau geführt. Foto: privat
Die Touren als Popperklopper haben Carsten Junk, Christian Lenz und Lars Germeshausensogar bis nach Moskau geführt. Foto: privat
Trier. Triers größte Musiker-WG spielt am Samstag, 7. Januar, beim Bunker-bebt-Festival wieder einen Teil ihrer Miete ein. Neben 16 anderen Mitbewohnern am Start: Die in Ehren ergraute, aber kein bisschen gezähmte Altpunkband Popperklopper - aber auch Freunde der Elektronik oder des gepflegten Liedermachens. Frank Göbel

Trier. Auf Platten wie "Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt" oder "Was lange gärt, wird endlich Wut" heißen die Songs "No Future", "Frust" oder "Abschaum erwache!" - keine Frage, auch über zwanzig Jahre als Punkrocker haben die Popperklopper nicht gezähmt.
1989 in Irrel im Zuge der damals populären Funpunk-Welle (Die Ärzte) als sechsköpfige Schülerband gegründet, befreiten sich der Frontmann Carsten und die Brüder Lars und Helge bald von solch unnützem Ballast wie einem Keyboarder und rotzten als Trio zunächst ihren geradlinigen und druckvollen, politischen Deutschpunk heraus, zu dem sich später mehr und mehr auch eher melodischer 1977er Punkrock und Rock\'n\'Roll gesellte - die englischen Punk-Klassiker oder deutsche Bands wie Slime, Toxoplasma oder Vorkriegsjugend bleiben aber unüberhörbare Vorbilder.
"Als wir damals in den Grillhütten rund um Irrel und Bollendorf angefangen haben, hätten wir nie gedacht, dass es uns nach über zwanzig Jahren noch gibt", sagt Lars. Der Schlagzeuger geht als Arzt wie seine Mitstreiter zwar einem zivilen Beruf nach - dass die Urgewalt des Punk nach wie vor in ihnen brodelt, werden die drei aber am Samstag, 7. Januar, beim Bunker bebt im Exhaus unter Beweis stellen.
Seit einigen Jahren proben die Popperklopper den Aufstand wie alle anderen teilnehmenden Bands im Ludger-Kern-Haus, einem nach dem verstorbenen Trierer Blues-Musiker benannten ehemaligen Luftschutzbunker, der offiziell mehr als 35 Bands in 24 Räumen Gelegenheit zum Proben bietet. Einen Teil der Miete stottert das selbstverwaltete Projekt über die Einnahmen des alljährlich stattfindenden Festivals ab.
Bei dem spielen diesmal immerhin sieben neue Projekte - sowie, neben den Popperkloppern, viele altbekannte Gruppen: CandyAppleGrey und Trinity etwa rocken eher klassisch, während My First Robot ihrem Rock gerne auch einen ordentlichen Schuss Elektronik beigeben.
MNMNTS und Hucksley haben sich dem Hardcore verschrieben, während Jimi Berlin und Feinripp traditionell den Verstärker nicht auf elf drehen und so ihren deutschen Texten etwas mehr Raum zur Entfaltung lassen - bevor ab ein Uhr zur Aftershow-Party geladen wird.Extra

Beim Bunker bebt 2012 spielen am 7. Januar ab 19.30 Uhr diese Bands im Exhaus: Alister (Rock), Grave Digger Jones (Blues Rock), My first Robot (Electro-Rock), Popperklopper (Deutschpunk), CandyAppleGrey (Indierock), The Orange Indiependents, die jetzt Surface Sky heißen (Indie), Monopeople (Noiserock), Model for Monument (Postpunk), MNMNTS (Hardcore), Feinripp (Deutschsprachiger Soulpop), Jimi Berlin (Deutscher Poprock), Trinity (Hardrock), Hucksley (Hardcore), White Men can\\'t dance (Indie) Black Blossom (Metal), Hilfsarbeiter (Cover-Rock), He Plays the Cymbals! (Post-Rock) - After-Show-Party mit DJ Marius (Ex-Trashique) Karten gibt\\'s im Vorverkauf für 7 Euro, an der Abendkasse für 8 Euro.