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Die Söhne Lüxems geben sich die Ehre

Die Söhne Lüxems geben sich die Ehre

Sie sind heiß begehrt und treten in der ganzen Welt auf. Nun kommen der Dirigent Karl-Heinz Steffens und Klarinettist Matthias Ambrosius für ein Gastspiel zurück in ihre Heimat und gastieren am Samstag, 19. März, im Eventum Wittlich beim Jubiläumskonzert des Musikvereins Lüxem, wo ihre musikalischen Wurzeln liegen.

 Zwei Lüxemer Eigengewächse verstärken den Musikverein bei seinem Jubiläumskonzert am Samstag im Wittlicher Eventum: der bekannte Dirigent Karl-Heinz Steffens – hier bei der Probe mit dem MV – und Matthias Ambrosius, Klarinettist bei den Münchner Philharmonikern. Fotos (2): privat
Zwei Lüxemer Eigengewächse verstärken den Musikverein bei seinem Jubiläumskonzert am Samstag im Wittlicher Eventum: der bekannte Dirigent Karl-Heinz Steffens – hier bei der Probe mit dem MV – und Matthias Ambrosius, Klarinettist bei den Münchner Philharmonikern. Fotos (2): privat Foto: (g_kultur

Wittlich. Hektischer Verkehr, geschäftige Stadtviertel, stille Parks, lärmende Arbeitswelten: Großstadtflair zieht am Samstag, 19. März, um 20 Uhr ins Wittlicher Eventum ein. Mitbringen werden es der international bekannte Dirigent Karl-Heinz Steffens und der Musikverein Lüxem. Musikalisch zumindest. Steffens wird den Musikern bei "Life in The Capital City" des finnischen Komponisten Timo Forsström die präzisen Einsätze geben. Ebenso übernimmt er von MV-Leiter Stefan Barth den Taktstock für das zeitgenössische "Mt. Everest" des Amerikaners Rossano Galante sowie Jacob de Haans‘ "Oregon".
Für Steffens, geboren 1961 in Trier, ist es eine Selbstverständlichkeit, die Lüxemer bei ihrem Jubiläumskonzert zum 60. Geburtstag zu unterstützen: "Ich bin im Musikverein und im Ort groß geworden", sagt Steffens. "Ich fühle eine große Dankbarkeit und Verbundenheit. Zurückzukommen, wenn die mich rufen, ist für mich Ehrensache!"
Steffens Karriere begann Anfang der 1970er als Karinettist in der Jugendkapelle des MV. "Die haben uns Kindern nicht nur ein Instrument in die Hand gedrückt", sagt Steffens, "sondern richtig gute Lehrer dazugegeben." So haben viele Schüler über das Normalmaß hinaus ein Instrument lernen und sich weiterentwickeln können - so wie er.
2001 stand Steffens als Musiker ganz oben: Er wurde Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker. 2007 packte er sein Blasinstrument ein, den Taktstock aus und wurde Generalmusikdirektor in Halle. "Ich hatte mich die ganzen Jahre durch diverse Projekte dirigiert. Vor acht Jahren war es ganz natürlich, dass ich den Schritt gemacht habe, professionell zu dirigieren. Das ist, was ich immer wollte." Seit 2009 leitet Steffens die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Mit ihr kommt er am Sonntag, 17. Juli, 17 Uhr, im Rahmen des Mosel Musikfestivals mit "Kathedralklänge" in den Trierer Dom. Und ab Herbst hat Steffens einen zusätzlichen Arbeitsplatz: als Musikdirektor der Norwegischen Nationaloper Oslo. "Das ist ein Weltklassehaus, in dem die nordische Tradition hochgehalten wird."
Sein Können als Klarinettist gab Steffens auch weiter, als Professor für Klarinette in Berlin und zuvor an der Musikhochschule Hannover. Einer seiner Schüler ist Matthias Ambrosius, seit sieben Jahren bei den Münchner Philharmonikern. Dass er Musik studiert habe, sei Steffens "Schuld" gewesen, sagt der 40-Jährige: "Kalle hat mich nach der Banklehre überredet, was Anständiges zu machen", sagt Ambrosius. Auch er Klarinettist, auch er groß geworden in Lüxem und im MV. "Der war damals schon sehr modern und hat sinfonische Blasmusik gespielt. So war ich immer in Kontakt mit anspruchsvoller Musik." Die Lüxemer musizieren auf hohem Niveau. "Die Stücke, die ich am Samstag spiele, sind sehr virtuos und für mich ganz schön knackig." Wie das "Concierto para Clarinete y Banda" des Spaniers Oscar Navarro. "Das ist zeitgenössische Musik, aber sehr gefällig." Mit den Lüxemern aufzutreten, "ist völlig selbstverständlich", sagt Ambrosius. "Ich bin dem Verein sehr verbunden. Und ich freue mich schon auf das Konzert."