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"Die Zeit ist einfach reif"

"Die Zeit ist einfach reif"

TRIER. Geredet wird über die Idee schon lange, heute bei der Versammlung der Initiative Region Trier (IRT) bekommt sie Namen und Gesicht: Hermann Lewen, Intendant der Moselfestwochen, wird zum 1. Oktober Kulturmanager der Region.

Was er im Detail machen wird, weiß Hermann Lewen noch gar nicht so genau. "Den Weg müssen wir erst finden, aber das Ziel steht fest", sagt der Bernkasteler. Es geht darum, den "Standortfaktor Kultur" zu verbessern, das Profil der Region zu schärfen, für bessere Koordination zu sorgen und den Initiativen vor Ort mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Was er nicht werden will, weiß der 51-Jährige allerdings ganz genau: "Generalintendant der Region, das kommt nicht in Frage." Das sieht IRT-Chef Harry Thiele genau so: "Wir dürfen die ehrenamtliche Arbeit vor Ort nicht platt machen, wir müssen für Zusammenarbeit werben, statt Vorgaben zu machen." Der Prozess müsse "von unten nach oben laufen und nicht umgekehrt", ergänzt IRT-Geschäftsführer Walter Born. Die Initiative hat beschlossen, das Thema Kultur für die näch-sten Jahre als "Haupt-Schwerpunkt" zu beackern. "Einstimmig", wie Thiele betont. Die Würdenträger aus Politik und Wirtschaft haben ihren Segen dazu gegeben, und an dieser Zustimmung "müssen sie sich messen lassen". Die breite Unterstützung für die Ein-Mann-Kultur-Agentur ist kein Zufall. Kultur sei "das Alleinstellungsmerkmal" und damit die ideale "Vermarktungschance für die Region", sagt nicht nur Unternehmer Thiele. Für die Qualität des Produktes und vor allem für eine bessere "Verkaufe" ist Lewen künftig zuständig. Die IRT hat lange darum gerungen, den Festwochen-Geschäftsführer wenigstens halbtags von seinem Job bei der "Kur&Kultur-GmbH" in Bernkastel loszueisen. "Das war nicht so ganz einfach", räumt Thiele ein. Lewens Vertrag läuft zunächst drei Jahre, Zeit genug, um Strukturen aufzubauen. Das Büro der IRT soll dabei helfen. Wenn die regionale Kultur-Agentur dann läuft, will sich die IRT wieder anderen Schwerpunkt-Aufgaben zuwenden. Dass die Bündelung hochkarätiger Kulturangebote in der Region keine leichte Aufgabe ist, weiß Lewen aus eigener Erfahrung. Trotzdem möchte er "positiv rangehen", um ein "Biotop für Kultur- und Tourismus-Aktivitäten zu schaffen". Zunächst will er einen Kontakt zwischen den größeren Projekten von den Antikenfestspielen bis zu den Eifeler Literaturtagen herstellen. Gemeinsame Vermarktungsmöglichkeiten sollen ausgelotet, bessere Planungsabsprachen getroffen werden. "Vielleicht schaffen wir es, mit den Top Ten der Region erst mal einzusteigen", hofft Lewen. Auch den neuen Theater-Intendanten will er ins Boot holen. Aber auf Dauer ist durchaus mehr als eine Clearing-Stelle geplant. "Das Produkt wird irgendwann auch einen Namen kriegen müssen", fordert IRT-Chef Thiele und denkt an eine Art kulturelle Dachmarke der Region, die sich dann auch touristisch professionell vermarkten ließe. Zweifeln, ob sich die Organisatoren vor Ort in ein gemeinsames Konzept einbinden lassen wollen, begegnet IRT-Mann Born mit dem Hinweis auf den "Zusatz-Nutzen" für die einzelnen Veranstalter. Auch Harry Thiele glaubt an den Erfolg des Unternehmens. Schließlich sei "die Zeit einfach reif".