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"Diese Messe muss man tanzen": Uni-Musiker spielen "Misa Criolla"

"Diese Messe muss man tanzen": Uni-Musiker spielen "Misa Criolla"

Südamerikanische Rhythmen - da denkt man an Tango und Cuarteto, an Tanz, Tempo, Temperament. Ariel Ramírez‘ "Misa Criolla" verbindet diese Stilelemente der Volks- mit Kirchenmusik. Am Sonntag bringt das Collegium Musicum der Uni Trier das Stück auf die Bühne in St. Maximin. Die Leitung hat Mariano Chiacchiarini.

Trier. 160 Musiker des Collegium Musicum, Chor und Orchester der Uni Trier, stehen am Sonntag vor Mariano Chiacchiarini in St. Maximin, dazu Philip Farmand (Tenor), Julio Mendivil (Charango). TV-Mitarbeiterin Mechthild Schneiders hat mit dem 29-Jährigen, der das Ensemble seit einem Jahr leitet, gesprochen.

Was hatte Sie gereizt, die Stelle des Leiters beim Collegium Musicum zu übernehmen?
Mariano Chiacchiarini: Mich reizt es, mit Studenten zu arbeiten, mit jungen Leuten, die schnell lernen können. Die Stimmung ist eine besondere. Beide Ensembles bestehen aus Laienmusikern, das ist, wie in der Küche der Musik zu sein. Man kann viel ändern. Und die Uni unterstützt uns super!

Wie haben sich die Musiker unter Ihrer Leitung entwickelt?
Chiacchiarini: Als ich mit dem Chor angefangen habe, waren es 35 Sänger. Anfang des Semesters waren es 120, jetzt etwa 100. Beim Orchester hatte ich in der ersten Probe drei erste Geigen, jetzt sind es zwölf. Die Leute merken: Atmosphäre und Niveau sind jetzt viel besser.

Warum haben Sie für den Auftritt die "Misa Criolla" Ihres Landsmanns Ramírez ausgewählt?
Chiacchiarini: Das war nicht meine Idee. Die Musiker haben mich gefragt. Die Misa ist ein Stück, das nicht oft gut gespielt wird und schwierig zu interpretieren ist. Inspiriert wurde Ramírez dazu übrigens von Nonnen in einem deutschen Kloster.
Was macht diese Messe so schwierig?
Chiacchiarini: Die Misa hat besondere Rhythmen, die Deutsche nicht gewohnt sind. Ich habe deshalb extra eine Trommel, eine Bombo Argentino, mitgebracht - so ist es einfacher. Außerdem ist das Stück für ein kleines Ensemble geschrieben, und wir spielen es mit dem Orchester.

Wie haben Sie geprobt?
Chiacchiarini: Beim Probenwochenende haben die Musiker Folklore tanzen gelernt. Um die Messe richtig zu spielen, muss man sie getanzt haben! mehi
Extra

Das Konzert am Sonntag, 5. Februar, 17 Uhr, beginnt mit der "Misa Criolla", anschließend spielt das Orchester Haydns "Sinfonie D-Dur Nr. 104", der Chor präsentiert unter anderem Anton Bruckners "Locus iste". Karten: Musikhäuser Kessler und Reisser sowie heute und morgen im Foyer der Uni-Mensa. mehi