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Domchor und Bachchor als harmonische Einheit

Domchor und Bachchor als harmonische Einheit

Die Chöre der beiden großen Trier er Kirchen zusammen im Dom: Drei Mal steht Musik von Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt des Abendlobs der Heilig-Rock-Wallfahrt im Trierer Dom. Den Auftakt bildete das Oster-Oratorium.

Trier. Täglich wird die Heilig-Rock-Wallfahrt mit einem großen Abendlob beschlossen, in dessen Mittelpunkt besonders die Musik steht. Das Abendlob ist der liturgische Abschluss des Tages der Kirche und wird in fast allen christlichen Kirchen gepflegt. Seinen Ursprung hat es in der jüdischen Tradition, die von der Urkirche übernommen wurde. In der Regel besteht es aus Psalmlesungen, Gesängen, dem Vaterunser und dem Segen zur Nacht. Aber es gibt auch verschiedene andere Formen, mit denen man den Tag beschließen kann.
Für das erste Abendlob der Trierer Wallfahrt, das vom Domchor gestaltet wurde, hatte Domkapellmeister Stephan Rommelspacher die Kantate "Kommt, eilet und laufet", BWV 249, von Johann Sebastian Bach ausgewählt, die auch als das Osteroratorium bekannt ist. Ihm stand dabei der Trierer Bachchor (Einstudierung Martin Bambauer) zur Seite und bildete mit dem Domchor eine im wahrsten Sinne des Wortes harmonische Einheit. Den prachtvollen Instrumentalpart mit reicher Bläserbesetzung hatte das Barockensemble Via Nova (Konzertmeisterin Mechthild Blaumer) übernommen. Für die einleitenden und die verbindenden Texte hatte der Superintendent des Trierer evangelischen Kirchenkreises, Christoph Pistorius, die Verantwortung übernommen, während das Vaterunser und der Schlusssegen von Bischof Stephan Ackermann gespendet wurde.
Das Osteroratorium ist keine Kantate, die, wie man es bei Bach gewohnt ist, eine Schriftstelle aus der Bibel auslegt. Hier wird in verteilten Rollen die Geschichte des leeren Grabes Jesu erzählt. In Trier waren dies die Sopranistin Eva Leonardy als "Maria Jacobi" und der Altus Matthias Lucht als "Maria Magdalena", sowie Christian Georg (Tenor) als "Petrus" und der Bassist Vinzenz Haab als "Johannes". Wenn auch Rommelspacher das Oratorium etwas gekürzt hatte, so gelang es ihm und seinen Mitstreitern doch mühelos, zunächst das Entsetzen über das leere Grab, dann aber die überbordende Freude über die Auferstehung Christi lebendig werden zu lassen. Wenn auch im Programmheft darum gebeten wurde, auf Beifallskundgebungen zu verzichten, zeigte der spontane Applaus im voll besetzten Dom, dass die Musik die Zuhörer erreicht hatte. gkl