DREI FRAGEN AN

Herr Reitz, Ihre Filme werden gerne als Geschichtsfilme in neuer Form bezeichnet, die Historie erzählerisch vermitteln.Edgar Reitz: Das sehe ich anders: Ich vermittle nicht Geschichte, sondern erzähle Geschichten.

Über 300 Figuren haben Sie in der "Heimat"-Trilogie geschaffen. Immer die so genannten kleinen Leute, nie Personen der Zeitgeschichte. Reitz: Dieses deutsche Wort von den "kleinen Leuten" ist etwas Übles, weil Menschen damit als unwichtig und unbedeutend hingestellt werden. Meine Figuren werden durch den Film große bedeutende Menschen, weil sie reich an Seelenleben sind. Es gibt eine Kontinuität in der Besetzung. Schauspieler aus den ersten beiden Staffeln treten wieder auf. War das für Sie wichtig? Reitz: Ja, denn jeder von uns fühlte sich als Mitglied einer großen Familie, die über Jahrzehnte dieses Werk gestaltet hat. Die Fragen stellte unser Mitarbeiter Peter Reuter.