1. Region
  2. Kultur

Dutch Swing College Band lässt keinen Fuß ruhig bleiben

Dutch Swing College Band lässt keinen Fuß ruhig bleiben

Versprochen hatte die Jazz-Initiative Eifel ein Konzert der Sonderklasse. Geboten worden ist ein Abend mit einer legendären Swing-Band, den man in jedem Fall als außergewöhnlich bezeichnen kann.

Bitburg. Das ging den Bitburgern doch runter wie ein kühles Bier, als sich Bob Kaper, Kapellmeister der Dutch Swing College Band (DSCB) im Beda Haus auf die Bühne stellte und mit unverkennbar niederländischem Akzent sagte: "Aus Bitburg kommt das beste Bier van Duitsland!" Am Beginn des Abends hatte Rolf Mrotzek von der Jazz-Initiative Eifel schon in aller Bescheidenheit für die Stadt reklamiert, dass der Abend eine Weltpremiere sei. "65 Jahre lang ist die DSCB immer an Bitburg vorbeigefahren. Heute Abend sind sie endlich hier angekommen."

Die Band entstand im Untergrund der durch Nazi-Deutschland besetzten Niederlande. Die als "Negermusik" verpönte Stilrichtung war damals verboten, was eine Gruppe von Musikern nicht daran hinderte, sich trotzdem zu treffen, zu üben und für illegale Radiosendungen zu spielen. Damit war alles bestens gerüstet für den 5. Mai 1945, dem Tag, an dem die Niederlande befreit wurden und die Band den ersten offiziellen Auftritt hatte.

Brillant im Umgang mit den Instrumenten



Ein bisschen was fehlte aber doch bei dem opulenten Abend, den das Septett in Bitburg bot. Musikalisch war alles vom Feinsten mit einem Programm, das Musik von Louis Amstrong ebenso bereithielt wie Kompositionen von Cole Porter oder Django Reinhart. Schlicht als "brillant" musste man den Umgang der Bandmitglieder mit ihren Instrumenten bezeichnen. Ob nun der Benjamin Keesjan Hoogeboom (Trompete) oder "der längste Bassist Westeuropas" Adrie Braat, Ton van Bergeijk mit seinem Banjo oder Kaper mit der Klarinette. Die gesamte Formation zeigte, dass sie den Swing in den Fingern und vor allem im Blut hat. Da kam das Gefühl der alten Zeit auf, da blieb kein Fuß ruhig und die Zuhörer schnippten den Takt.

Das Einzige, was fehlte, war das Glas Bourbon und die verräucherte Atmosphäre eines klassischen Jazz-Clubs. Aber auch ohne diese Zutaten war es ein außergewöhnlicher Abend.