Echt und verrückt ins Finale von Sing a Song

Gesang : Echt und verrückt ins Finale von Sing a Song

Sing a Song: Janine Wagner und Jonas Oktober ziehen ins Finale am 15. Juni ein.

Ein Mann, eine Frau, einmal deutsch, einmal englisch: Janine Wagner und Jonas Oktober und ihre Musik sind ziemlich verschieden. Was beide vereint ist, dass sie als Liedermacher ein rundes Gesamtpaket auf die Bühne bringen. Und dass sie beide im Finale des Wettbewerbs „Sing a Song“ der Dieter Lintz-Stiftung stehen.

Für die Jury im Mergener Hof war es keine leichte Aufgabe. Drei Sänger, zwei Sängerinnen, fünf Gitarren, nur André Käpper hatte eine „Begleitband“ mit gebracht: seine Frau Sonja mit Cajón und Flöte. Da hilft es nichts, noch so zu betonen, es gehe ja gar nicht in erster Linie um das Konkurrenzdenken, sondern vielmehr um die Chance, sich einem Publikum zu präsentieren und diesem einen schönen Abend zu bereiten – am Ende müssen zwei Finalplätze vergeben werden.

Nur wie soll man melancholische und heitere Lieder, poetische und sprachspielerische Texte miteinander vergleichen? Kommt es mehr aufs geschliffene Wort oder auf die ausgefeilte Gitarrentechnik an? „Wir haben uns für die beiden Kandidaten entschieden, die den besten Gesamteindruck hinterlassen haben“, erklärt die Musikwissenschaftlerin und Didaktik-Professorin Michaela Brohm-Badry die Entscheidung der Jury.

Und das war eben zum einen Janine Wagner, die von den Protesten gegen die Rodung des Hambacher Forstes erzählte. Doch sie präsentierte keine politischen Texte, sondern Lieder, die von Begegnungen mit Menschen inspiriert sind. „Mir gefallen Künstler, die echt sind“, sagt Janine Wagner von sich selbst. Und diesen Eindruck, authentisch zu sein, vermittelt sie auch selbst.

Das Gleiche gilt für Jonas Oktober alias Heiko Loch, der bereits beim Wettbewerb im Jahr 2017 im Finale stand. Einer, „der liebt, weil er liebt, und der träumt, um zu träumen“, wie es in einem seiner Lieder heißt. Das trägt den Titel „Verrückter“. Und obwohl er ziemlich souverän und gelassen wirkt – ein wenig Verrücktheit kann vielleicht doch nicht schaden und bringt ihn abermals in die Endrunde.

Verlierer gibt es dennoch nicht: André Käpper, erfahrener Musiker aus der Eifel und Organisator des Acoustic Guitar Festivals in Bitburg, ist sicher der beste Gitarrist unter den Kandidaten, die Ägyptologin Heidi Köpp, die nicht auf Altägyptisch, sondern auf Englisch singt, erweist sich als die charmanteste und witzigste Erzählerin. Marko Bartholomäus erhält vom Publikum viel Beifall, alleine schon für den Mut zum ersten – aber ganz sicher nicht zum letzten – Mal überhaupt öffentlich aufzutreten. Pech hat nur das Duo Zoë & Tobi, das krankheitsbedingt seinen Auftritt absagen musste.

Jonas Oktober. Foto: Daniel John

Weiter geht es mit der dritten Vorrunde am Samstag, 25. Mai, in der Synagoge Schweich und mit dem Finale am Samstag, 15. Juni, in der Trierer Tufa. Beginn ist bei freiem Eintritt jeweils um 20 Uhr.

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