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Echternach präsentiert sein Kulturprogramm und will Weltkulturerbe werden.

Kulturprogramm : Das Kulturhauptstädtchen der Großregion

Echternach hat sein Kulturprogramm präsentiert. Die ganze Stadt wird dabei zur Bühne. Und will noch mehr.

Wenn man gehört hat, was bei der Pressekonferenz am Donnerstag im luxemburgischen Echternach präsentiert wurde, könnte man den Eindruck bekommen, Echternach sei die Kulturhauptstadt der Großregion. Und so falsch erscheint das gar nicht. Schon das Programm im Kulturzentrum Trifolion ist überaus vielfältig und anspruchsvoll. Am 21. Juni ist dann die große Fête de la Musique mit Gratis-Konzerten überall in der Stadt. Vom 17. bis 19. Juli gibt es die zweite Auflage des Open-Air-Festivals Echterlive mit Musik und Kunst vor der historische Kulisse der Abteistadt. An verschiedenen Orten wird die Stadt zur Bühne für internationale und nationale Künstler. So tritt am Jazz-Tag etwa das Wunderkind Joey Alexander aus Indonesien auf. Am „Singers & Songsters“-Tag singen die kanadische Singer-Songwriter-Legende Rufus Wainwright und die Grammy-Award-Gewinnerin Judith Hill. Am dritten Tag steht klassische Musik im Mittelpunkt. Im Rahmen der Kulturpartnerschaft der Städte Bitburg und Echternach ist das Festival Echterlive am 18. April zudem mit dem Trifo d’âmes zu Gast im Beda Haus in Bitburg.

Das Trifolion bietet in seinem Programm von März bis August etwa Vortragsreihen, Comedians (Rüdiger Hoffmann am 23. März), klassische Konzerte (Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz mit Benedict Kloeckner am Violincello am 14. August), große Shows und Theater für Kinder, etwa das ­Figurentheater „Das tapfere Schneiderlein“ (16. März), „Das Bibi Blocksberg-Musical“ (17. Mai) oder das Stabfigurentheater „In 80 Tagen um die Welt“ im Steampunk-Stil während der Steampunk Convention (1. und 2. August).

Die Vortrags- und Talkreihe „Horizonte“ im Trifolion steht unter dem Oberthema Umbrüche. Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck spricht über „Toleranz und Intoleranz - Antworten auf aktuelle gesellschaftliche Konflikte“ (27. April). Nahost-Experte Michael Lüders beleuchtet, warum der Iran trotz des Atomabkommens erneut ins Visier gerät und was die geheimen Verbindungen zwischen den USA und Saudi-Arabien damit zu tun haben (11.März). Der Journalist und ehemalige Herausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“ Theo Sommer zeigt eindrucksvoll, wie sich China in wenigen Jahrzehnten vom Armenhaus im Mao-Look zur Hightech-Nation mit Vorreiterrolle gewandelt hat und was das für den Westen bedeutet (31. März). Der Physiker und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar vermittelt die grundlegenden Qualitäten künstlicher Intelligenz und deren Bedeutung für die Rolle des Menschen (28. Mai). Die Neurowissenschaftlerin Maren Urner zeigt, wie unser Steinzeithirn täglich von der digitalen Informationslandschaft überfordert wird und wie man mit dieser medialen ­Dauerbeschallung gelassen und souverän umgehen kann (18. Mai). Publizist Roger de Weck zeigt, dass all die Bewährungsproben, denen die Europäische Union immer wieder gegenübersteht, auch ein Ansporn zum europäischen Optimismus darstellen können (17. Juni).

Mehrere große Shows sind im neuen Programm enthalten. Die Trommelshow „Kokubu – The Drums of Japan“ (25. März) verspricht, die tiefgreifende Spiritualität Japans erlebbar zu machen. „Forever Amy“ (29. April) bringt nach dem tragischen Tod von Amy Winehouse ihre Original-Band mit der Jazz- und Soulsängerin Alba Plano auf die Bühne und gibt Eindrücke über den Menschen hinter der gewaltigen Stimme. Zur Jazz Night (30. April) erwartet das Publikum Echter’Jazz vom Feinsten. Bei „ABBA Gold“ (17. März) lebt die Legende um eine der erfolgreichsten Bands aller Zeiten wieder auf und bringt ihre unsterblichen Hits auf die Bühne.

Die Stadt Echternach möchte aber mehr, als nur ein Kulturprogramm zu bieten. Nachdem die Echternacher Springprozession bereits Teil des immateriellen Unesco-Kulturerbes des Landes ist, möchte Bürgermeister Yves Wengler nun auch die Stadt als materielles Unesco-Weltkulturerbe ausweisen lassen. Wengler sagt: „Unser Status mit der Springprozession bringt uns gerade im Tourismus schon einen ausgezeichneten Ruf. Wir glauben aber, dass das einzigartige Stadtbild mit seinen vielen architektonischen Besonderheiten auch das Siegel als Weltkulturerbe verdient.“