Edgar Bösen alias Bandleader Alb Hardy ist mit 81 Jahren in seiner Heimatstadt Trier gestorben

Ein Nachruf : Der Mann mit zwei Namen - Trierer Bandleader Alb Hardy ist tot

Edgar Bösen alias Bandleader Alb Hardy ist mit 81 Jahren gestorben.

  Am Anfang stand eine Annonce im Trierischen Volksfreund: Die Soul-Band Black Cats bat 1967 einen gewissen Edgar Bösen, den sie nicht anders zu erreichen wusste, sich doch zu melden. Der Rest ist Legende. Bösen wurde wie erhofft der Trompeter und Manager der Truppe, die daraufhin so richtig groß rauskam. Ein Highlight: eine Deutschland-Tour im Vorprogramm der Beach Boys.

Die Auftritte wurden zahlreicher, der Erfolg größer. Damit wuchs auch Bösens Problem: Von Beruf Straßenbauingenieur in Staatsdiensten durfte er nicht mehr unter eigenem Namen auftreten. Für seine Auftritte mit frisch gegründetem eigenen Orchester legte er sich 1970 einen Künstlernamen zu: Alb Hardy – zugleich eine Reminiszenz an sein großes Vorbild Herb Alpert.

Wenige Jahre  später gehörten Alb Hardy und seine Formation zur Elite der Tanz- und Show-Orchester der Bundesrepublik. Die Formation war Stammgast bei  Fernsehshows,  Events wie Bundespressebällen oder dem Rahmenprogramm von Wirtschaftsgipfeln in Davos/Schweiz. Wenn James Last einen Auftrag absagen musste, übernahm grundsätzlich Alb Hardy – sofern selbst verfügbar, denn Auftritte als Begleitorchester von Größen wie Peter Alexander, Gitte, Roland Kaiser, Caterina Valente, Gilbert Bécaud  oder Roy Black standen auf der Tagesordnung.

Vor allem in den Anfangsjahren baute der Orchesterchef auf Musiker aus der Region: Er hatte einen guten Riecher für Talente und bot ihnen ein Sprungbrett. Viele seiner früheren Mitstreiter prägen heute noch die Szene: Helmut „Daisy“ Becker, Äbby Simons, Werner Hertz, Rosita Kerren, Shirley Winter, Uli Müller oder die Luxemburger  Hemmie Donié, Paul Lanzerath und Francesco Castigliani.

Bösen hatte als 13-Jähriger mit dem Musizieren angefangen – auf der Trompete seines Vaters, der den MV Trier-Euren leitete, dem er ebenfalls beitrat. Die aktive  Karriere beendete er um das Jahr 2000 und verlegte sich auf das Vermitteln von Künstlern. Daheim in Trier gehörte er wieder zum Stadtbild, zuletzt auf eher unfreiwillge Weise. Nach zwei Schlaganfällen war er per Elektrorollstuhl unterwegs. Den dritten überlebte er nicht. Im Beisein seiner Töchter Anett (die auch seine langjährige Managerin war) und Stefanie ist er wenige Tage nach seinem 81. Geburtstag „friedlich eingeschlafen“. Außerdem hinterlässt Bösen, in dessen Ausweis auch Alb Hardy steht, seine Frau und zwei Enkel.

Die Trauerfeier ist am Freitag, 17. Mai, 13.30 Uhr, in St. Paulin (Trier-Nord); anschließend die Urnenbeisetzung.

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