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Edle alte Stücke und moderne Kunst

Edle alte Stücke und moderne Kunst

Verschlankt, qualitätvoll und mit neuem Konzept präsentiert sich die diesjährige Luxemburger Kunst- und Antiquitätenmesse.

Luxemburg. Alle Jahre wieder kommen Liebhaber alter Dinge und zeitgenössischer Kunst auf dem Luxemburger Messegelände auf ihre Kosten. Vier Tage lang öffnet dann - immer kurz vor der exklusiven Maastrichter Messe - der Salon d'Art et d'Antiquités seine Tore. Rund 100 Händler aus dem Großherzogtum und dem umliegenden europäischen Ausland bieten ein abwechslungsreiches Programm an Möbeln, Glas, Geschirr, Schmuck, Silber und vielem mehr.Neues Konzept und strengere Auswahl

Zum ersten Mal ist die moderne Kunst, die ansonsten abgetrennt als Parallelveranstaltung lief, in die Antiquitätenstände integriert. "Wir haben in diesem Jahr ein neues Konzept entwickelt", sagt Christiane Wagner, die Marketing-Chefin der Messe. "Mit dieser Verbindung wollen wir auch die Käufer moderner Kunst für Antiquitäten interessieren und umgekehrt." Zum Konzept gehört zudem die noch strengere Auswahl der Aussteller. "Die Qualität hat sich tatsächlich Jahr für Jahr verbessert", bestätigt ihre Kollegen Rita Grotowski. Mit ihren kunstvollen alten Teppichen nimmt die Inhaberin der Trierer Galerie Grotowski seit Jahren an der Messe teil. Eines ihrer Paradestücke ist in diesem Jahr ein signierter Kalerdasch von 1903 aus dem Iran in wunderschönen Naturfarben für 14 000 Euro. Alles in allem bleibt die Luxemburger Messe eine Veranstaltung mittlerer Preislagen und angemessener Qualität. Das Angebot ist erschwinglich, und wer richtig hinschaut, wird manch reizvolles Stück finden. Einen Schwerpunkt bilden die Möbel. Besonders elegante Art-Déco-Stücke kommen - fast traditionell - aus Belgien. Gut vertreten sind einmal mehr barocke französische Hochzeitsschränke, dazu schöne Biedermeiersofas und klassizistische Stücke. Ein prunkvolles Bureau plat ist zu sehen. Zeitlos schlicht wirken dagegen die schlichten Zylinder-Bureaus. Zu den teuersten Stücken gehört der Schreibschrank eines französischen Händlers aus dem 18. Jahrhundert, der allerdings etwas überrestauriert wirkt (14 000 Euro). Eines der originellsten Stücke der Schau ist ein Teetischchen aus Ebenholz (19. Jahrhundert) mit kunstvollen Elfenbeineinlagen (11 000 Euro). "Der Markt macht den Preis", bestätigt eine belgische Händlerin von Jugendstil-Vasen. So muss man für eine mittelprächtige signierte Gallé-Vase bei ihr etwa 3500 Euro ausgeben, während die reizvollere aber nicht so prominente Vase aus Argental daneben schon für 2500 Euro zu haben ist. Während die angebotene Bilderkunst eher unauffällig bleibt, gibt es Interessantes bei den Büchern. Das Trierer Kunsthaus am Museum bietet das seltene, komplett erhaltene "Album pittoresque du Grand-Duché de Luxembourg" des Luxemburger Malers Jean-Baptiste Fresez an (9000 Euro) sowie ein wunderschönes Künstlerbuch mit Radierungen von Emil Schumacher (7000 Euro). Hinreißende Künstlerbücher gibt es auch bei einem französischen Händler, dessen Ausgaben mit Grafik von Matisse, Vasarely oder Juan Gris illustriert sind. Absolute Highlights sind schließlich der wunderschöne Ibach-Salon-Flügel eines Saarbrücker Ausstellers (16 000 Euro) aus dem frühen 20. Jahrhundert und die klassizistische Kaminuhr derselben Ausstellungsgemeinschaft mit perfekt erhaltener Feuervergoldung (9000 Euro).Bis 28. Januar, Öffnungszeiten: 11-19 Uhr , Eintritt 8 Euro, Montag ( Ladies' Day) Eintritt für Damen frei.