Ehrliche Rockarbeit

Ein weiteres Mal befeuerten die drei Jungs von "Peilomat" das adoleszente Publikum im Exhaus in Trier mit knackigen Riffs und rebellischen Lyrics für die große Liebe - und den Kater danach.

Trier. "Wenn morgen Klassentreffen wär' - ich würd' nicht hingehen" singt Florain Peil im Exhaus vor gut zweihundert Zuhörern, meist weiblichen Geschlechts. Warum der blonde Sänger und Gitarrist seine Klassenkameraden nicht sehen will? Weil die anderen so tolle Sachen machen, bei denen er selbst nicht mithalten kann, zum Beispiel "BWL studieren". Naja, Herr Peil: Eine durchaus funktionierende Rockband anzuführen, mit der man bei Stefan Raab und mit Tokio Hotel auftritt, gilt ja offensichtlich auch nicht gerade als Inbegriff des Verlierertums, da müssen Sie sich doch nicht verstecken. Aber natürlich weiß ein Absolvent der "Celler Schule", der einzigen Förderschmiede "für Textschaffende in der Unterhaltungsmusik", wie man die Perspektive des Zuhörers einnimmt. Und dann singt man also "Diese Stadt ist hässlich, hier ist nie etwas los" und das Publikum in der Moselmetropole singt mal wieder besorgniserregend begeistert mit. Klar, eine gewisse Unzufriedenheit mit der Welt gehört in dem Alter des durchschnittlichen Peilomat-Fans einfach dazu. Ebenso wie, hoffentlich, die ganz große Liebe. Und wenn dann die große Liebe im ganz großen Kummer endet - auch da bietet sich ein reichhaltiger Fundus von Mitsingzeilen: "Wo immer Du auch steckst, ich hoffe es geht Dir schlecht." Nein, bei Peilomat sind das nur gelegentliche Ausbrüche, Befreiungssschläge für Akne geplagte Prinzessinnen, meistens sind die Jungs ganz lieb: "Ich stell mir vor wie ich flieg' , über den Dächern Deiner Stadt, und wenn Du einschläfst, bleib ich wach, pass auf Dich auf, die ganze Nacht". Da schmelzen sie dahin.

Ehrliche Rockarbeit aus Schweiß und knackigen Riffs sorgt zudem dafür, dass nicht nur die Mädchen ihren Spaß haben. Auch ihre Freunde (oder die, die's gerne wären), stehen meist gar nicht so weit weg und können sich dem Charme des Trios nicht lange entziehen.