"Eifel-Kreuz"

DREIS-BRÜCK. (aix) Was wäre die Eifel ohne Jacques Berndorf? (Foto: Alwin Ixfeld) Nun, zumindest um einige erfundene Leichen ärmer. Aber auch weniger bekannt. Jacques Berndorf, den die renommierte Wochenzeitung "Die Zeit" vor Jahren zum "Eifel-Krimi-Guru" kürte – ein Ausdruck, den Berndorf selbst nicht besonders mag – hat einen neuen Krimi aus und über die Eifel geschrieben.

"Eifel-Kreuz" heißt das neue Buch, und es ist dieses Mal tatsächlich ein gebundenes Buch, was echte Berndorf-Fans wohl kaum davon abhalten wird, "den neuen Berndorf" zu kaufen. Wie von Berndorf bekannt, beginnt der Krimi betulich. Sein Serien-Held Siggi Baumeister hat den Anflug einer Depression, der Hund Cisco ist leicht neurotisch, Kater Satchmo klaut angebissene Frikadellen, und der aus vielen Krimis bekannte Teich droht zu verlanden. In genau dieser Szenerie kommt der Anruf von Kriminalrat a.D. Rodenstock: Es gibt zwei sehr seltsame Tote in der Eifel. Was wäre ein Krimi ohne Leichen? Aber gleich zwei? Eine davon ist eine junge Frau, offensichtlich aus reichen Verhältnissen. Sie liegt mitten im Eifelwald und wurde, so der erste Anschein, mit einem Schuss in den Kopf regelrecht hingerichtet. Viel größeres Kopfzerbrechen bereitet den Ermittlern die zweite Leiche. Ein junger Mann, Schüler eines katholischen Gymnasiums, wurde zunächst erschossen und dann gekreuzigt. Sein Tod wurde in Szene gesetzt wie ein mittelalterliches Gemälde. Alle Ermittler sind betroffen und ratlos. Schnell stellt sich heraus, dass der junge Gekreuzigte Anführer einer Clique seines Gymnasiums war. Außerdem hatte er sich Feinde gemacht, weil er all zu offen Lehrer und die Institution Kirche kritisiert hatte. Wurde er zum Opfer, weil er zu kirchenkritisch war? Welche Rolle spielt Pater Rufus, Sekretär und Manager der Schule? Was wissen die Mitglieder der Clique? Welche Beziehung bestand zwischen der jungen toten Frau und dem jungen gekreuzigten Schüler? Jede Menge Fragen, die Berndorf schon auf den ersten Seiten aufwirft. Viele Spuren, aber wenig Anhaltspunkte. Das ist der Stoff, aus dem gute Krimis gewoben werden. Ganz nebenbei und doch passend zum Inhalt, übt Berndorf Kritik an den Strukturen einer katholischen Kirche, die jahrhundertelang nur um ihre Macht besorgt war. Das Schicksal einzelner Menschen spielte dabei früher keine Rolle. Aus den Fakten der Geschichte und gekonnter Fiktion bastelt Berndorf einen Krimi, der unter die Haut geht und doch menschlich bleibt.