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Eifel-Kulturtage: Geschäfsführer Laupichler plant für 2021

Festival : Eifel-Kulturtage: „Das ist so nicht finanzierbar“ - Hoffnung auf 2021

Warum das Festivaljahr 2020 aus Sicht der Eifel-Kulturtage gelaufen ist – auch wenn kleinere Veranstaltungen bald wieder über die Bühne gehen dürfen.

Am Montag wanderte die letzte Tranche ins Altpapier. Das, was von den 1200 Kilo Programmheften noch übrig war. „Man kann ja nicht bewerben, was nicht stattfinden wird“, sagt Rainer Laupichler, Geschäftsführer der Eifel-Kulturtage. 2020 fällt flach. Nicht nur für ihn, sondern praktisch für die gesamte Branche. Aber das Leid zu teilen, halbiert weder Leid noch Kosten. Die Eifel-Kulturtage gibt es seit 14 Jahren, sie haben sich etabliert: Mit ihrem Mix aus Kabarett, Lesungen, Musik und Vorträgen, über die ganze Eifel verteilt. Sie bringen bekannte Künstler auch in die kleinen Orte – mit Erfolg: Die Auslastung lag im vergangenen Jahr bei 96 Prozent. Jede Spielzeit sei aber ein enormes Risiko, „weil wir immer wieder bei Null anfangen“. Das sagte Laupichler schon im Winter im TV. Jetzt weiß er: In diesem Jahr wird ein dickes Minus stehen, weil wegen der Corona-Krise viele Veranstaltungen gestrichen werden mussten. Für andere – wie die Auftritte von Konrad Beikircher oder Daphne de Luxe – gibt’s Ersatztermine im nächsten Jahr. Das Positive an der schwierigen Lage: Von Sponsoren gibt es laut Laupichler positive Signale.

Oder ginge doch noch etwas in diesem Jahr? In Hessen sind Veranstaltungen mit bis zu 100 Zuschauern bereits wieder erlaubt, unter strengen Auflagen. In Rheinland-Pfalz dürfen Theater, Kinos und Kleinkunstbühnen ab 27. Mai öffnen. „Unser Veranstaltungen sind so nicht finanzierbar“, sagt Laupichler mit Blick auf die Hygieneverordnungen: „Berücksichtige ich den Mindestabstand und die einzuhaltenden Wege nach der Hygieneverordnung, dann sitzen in einem Saal mit 200 Zuschauern Fassungsvermögen nur noch 50 Menschen.“ Er brauche zudem mehr Personal, um die Verordnungen umzusetzen – die laufenden Kosten (Gema, Gagen, Technik, Künstlersozialkasse) blieben aber gleich. Auch die Empfehlung, Veranstaltungen nach draußen zu verlegen, sei kaum umsetzbar: „Dann steigen die Technikkosten.“ Dass ein Event unter den erschwerten Bedingungen theoretisch stattfinden darf, kann für Veranstalter sogar ein Nachteil sein: Wenn sich Agenturen stur stellen und auf Erfüllung des Vertrags bestehen. „Da hätte ich mir Nachbesserungen von der Landesregierung gewünscht“, sagt Laupichler.

Diese negativen Erfahrungen hat er aber noch nicht gemacht. Ein großer Teil der Planungen für 2021 stünde schon. „Ich bin ein ‚Frühbucher’“, sagt der Geschäftsführer. So habe er schon vor Beginn der Corona-Krise Künstler für das nächste Jahr gebucht. Die Eifel-Kulturtage 2021 werden also vermutlich an mehr Terminen als in den Vorjahren über die Bühne gehen. Aber das gilt für die ganze Branche – durch die vielen Verschiebungen wird es im nächsten Jahr wohl einen noch stärkeren Wettbewerb geben als bisher.