| 20:52 Uhr

Eigene Geschäftsidee grillen

Norman Schulz berät Kreative beim Schritt in die Selbstständigkeit. Foto: privat
Norman Schulz berät Kreative beim Schritt in die Selbstständigkeit. Foto: privat
Trier. Als Kreativer freiberuflich und wirtschaftlich erfolgreich arbeiten - dafür existiert kein Erfolgsrezept. Wichtige Tipps für den Weg in die Selbstständigkeit gibt Berater Norman Schulz einmal pro Monat in Trier. Ein neuer Stammtisch soll außerdem der Vernetzung der Kulturszene dienen. Von unserer Mitarbeiterin Anke Emmerling

"Als jemand, der täglich mit Kreativen zu tun hat, freue ich mich, dass es jetzt für sie eine Initiative für mehr Lobbyarbeit gibt", sagt Anita Burgard, Design-Professorin an der FH Trier. Ihre Äußerung gilt dem ersten Kreativstammtisch in der Trierer Tufa, bei dem sie eine von rund 20 Teilnehmerinnen aus der Kunst- und Kreativszene ist. Aber sie bezieht sich auch auf kostenlose Orientierungsberatungen, die den meist freiberuflich Tätigen beim Aufbau einer wirtschaftlich erfolgreichen Existenz helfen sollen und die besonders für Absolventen kreativer Studiengänge interessant sind.

Im Auftrag des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes bietet der Kultur- und Medienmanager Norman Schulz solche Beratungen einmal pro Monat kostenlos in Trier an. Die Zielgruppe: "Alle, die als Gründer, Kleinunternehmer, Projektemacher oder Freelancer in den Bereichen Kunst, Darstellende Kunst, Musik, Buch, Presse, Design, Architektur, Film, Rundfunk, Werbung oder Software- und Games-Entwicklung arbeiten." Kern seiner Beratungen: "Die eigene Geschäftsidee zu grillen." Will heißen, sie auf Umsetzbarkeit und Marktfähigkeit zu prüfen und weiterzuentwickeln.

Ideen für ein originelles Marketing nutzen



"Ich versuche, das oft fehlende unternehmerische Bewusstsein herauszukitzeln, klarzumachen, dass man schöpferische Kreativität auch auf wertschöpfende Prozesse anwenden kann, zum Beispiel auf besondere Marketingstrategien", sagt Schulz. Darüber hinaus zeige er passende Fördermöglichkeiten und gebe entsprechenden Bedarf Kreativer an Politik und Wirtschaft weiter.

Besonders bei den jüngeren Teilnehmerinnen des Stammtischs stößt das Beratungsangebot auf Interesse. Doch sie bestätigen auch, was Norman Schulz aus seinen Beratungen mitgenommen und in der Gründung des Stammtischs umgesetzt hat: "Es besteht ein großer Bedarf an Vernetzung." Die Gründe sind vielfältig. Keramikerin Elke Gerber-Eckert sucht Mitstreiter für eine Ausstellung, Doris Ramspeck von der Lebenshilfe nach Ideen zur Professionalisierung einer Theatergruppe, Malerin Lilo Schaab will eine Künstlerhaus-Initiative für Trier vorantreiben. Die Kreativen hoffen auf neue Kontakte zur Bewältigung von "Einzelkämpfer-Problemen".

Als Quintessenz des neuen Stammtisches bleibt das von Teilnehmerin Silke Wohner formulierte Bewusstsein: "Hier ist ein großer Pool von Wissen und Kraft, den wir zur gegenseitigen Hilfe, aber auch zur Positionsbestimmung nach außen einsetzen können."

Extra

Die kostenlose Orientierungsberatung bietet Norman Schulz an jedem dritten Donnerstag im Monat in der Tufa Trier an, nächster Termin ist der 17. Februar. Anmeldung unter 0151/26467282 oder per E-Mail an schulz@rkw-kreativ.de Der Trierer Kreativstammtisch ist jeweils für den zweiten Donnerstag des Monats um 18.30 Uhr geplant. Nächster Termin ist der 10. März, Treffpunkt die Tufa, der Raum wird noch bekanntgegeben. Infos ebenfalls bei Norman Schulz oder Claudia Schmidt, Telefon 06196/970246, E-Mail c.schmidt@rkw-hessen.de Informationen über die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes gibt es im Internet unter www.kultur-kreativ-wirtschaft.de (ae)