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Ein Abend mit Spee, Distler und Britten

Der Friedrich-Spee-Chor weiß in Bitburg zu begeistern. TV-Foto: Gerhard W. Kluth
Der Friedrich-Spee-Chor weiß in Bitburg zu begeistern. TV-Foto: Gerhard W. Kluth
Mit Hugo Distlers Weihnachtsgeschichte und Benjamin Brittens "A Ceremony of Carols" stattete der Trierer Friedrich-Spee-Chor der Stadt Bitburg einen Besuch ab. Veranstalter des Abends war die Kulturgemeinschaft Bitburg.

Bitburg. (gkl) Weltgeschichtlich war das Jahr 1933 durch die Wahlen in Deutschland kein gutes Jahr. Musikalisch gesehen entstand 1933 die Weihnachtsgeschichte von Hugo Distler. Der Lübecker Kirchenmusiker war und ist einer der wichtigsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Sein "Opus 10" wurde zu einem der populärsten Werke. 1942 nahm Distler sich das Leben. Es war das Jahr, in dem Benjamin Britten, auf einer Schiffsfahrt von Boston nach Liverpool, unter der ständigen Bedrohung eines U-Bootangriffs sein "A Ceremony of Carols" verfasste. Beide Werke haben auch heute noch ihre Anziehungskraft, wie sich beim Konzert des Trierer Friedrich-Spee-Chores in der Pfarrkirche St. Peter in Bitburg zeigte. Ein voll besetztes Kirchenschiff bot die Kulisse für den Auftritt unter der Leitung von Martin Folz. Zur Eröffnung des Abends hatte Folz allerdings zunächst fünf Chorlieder ausgesucht, die ihre Wurzeln beim Patron des Chores haben. Mit unter anderem "Gelobt sei Gott der Vater" und "Maria wir verehren" demonstrierte Folz, dass dieses Konzert nicht zur Gruppe der spektakulären zählen würde. Keine Pauken und Trompeten, kein riesiges Orchester. Bescheidenheit stand im Mittelpunkt.Distlers Weihnachtsgeschichte wird häufig zu unrecht in die Gruppe der leichteren Chorwerke eingruppiert. Bei aller Bescheidenheit im Äußeren bietet das Werk seine Tücken, vor denen sich auch ein erfahrener Konzertchor in Acht nehmen muss. Ganz so glatt liefen die sieben Variationen über den Choral "Es ist ein Ros' entsprungen", die das Werk als roter Faden durchziehen, nicht. Eine gewisse, wenn auch nicht tragische Unsicherheit konnte man feststellen. Bei den Solisten sah dies anders aus. Stephan Langenfeld verkörperte überzeugend den Erzähler, ebenso wie Kristina Karmeier, die mit glanzvollem Sopran die Rolle der Maria übernommen hatte. Stimmlich etwas dünn dagegen trat Stephanie Ortega als Engel und Elisabeth auf. Erheblich sicherer gelangen Brittens Carols, die dem Chor leichter von der Hand gingen. Höhepunkt hierbei war die Harfenistin Genevieve Conter, die ihren Part in selten gehörter Schönheit bewältigte. Ein begeistertes Publikum bedankte sich bei den Ausführenden.