1. Region
  2. Kultur

Ein Abend voller Zwischentöne

Ein Abend voller Zwischentöne

Ein Mann und zwei Gitarren: Peter Horton hat in der Wawerner Synagoge sein Soloprogramm "Personalissimo" vorgestellt. Ein eindrucksvoller Abend in intimer Atmosphäre.

Wawern/Saar. "Das Laute ist der Ton der Schwäche und bleibt an der Oberfläche", singt Peter Horton in seinem Lied "Sprich leiser". Er ist ein Mann, der die Zwischentöne liebt und sich nicht in eine Schublade stecken lässt - denkbar ungeeignet für Formatradio und Quotenfernsehen. Seine frühere Sendung "Horton\'s kleines Nachtcafé" hätte heute wohl keine Chance mehr.
Horton ist Liedermacher, Chansonnier, Songpoet - und natürlich Gitarrist. Er lotet Beziehungen aus - zwischen Mann und Frau, zwischen verschiedenen Musikstilen, zwischen Künstler und Publikum.
Dafür ist die kleine Wawerner Synagoge - mit den etwa 80 Besuchern auch praktisch schon ausverkauft - dank ihrer intimen Atmosphäre ein idealer Raum.
Reduziert auf Wesentliche


"Personalissimo" lautet der Titel des Programms, mit dem Horton unterwegs ist - allein mit seinen beiden Gitarren.
Alte Titel wie "Wenn du nichts hast als die Liebe" und Standards wie "Les feuilles mortes" - alles wird reduziert aufs Wesentliche. "Er war, wie er war - wunderbar, einfach weil er mein Vater war", heißt es im Lied für den Mann, der die Familie früh verließ, den er selten traf und mit dem er sich im Sterben versöhnte. Mehr Worte braucht es dafür nicht.
Auch einem "zweiten Vater" ist ein Lied gewidmet: "Vater Staat", dem die Mutter fehle - eine laut Horton "rustikale Liebeserklärung".
Zwischendurch gibt Horton einige seiner kurzen Lebensweisheiten zum Besten. Kostprobe: "Mit Blasen an den Füßen geht man bewusster." Er nennt es "Schmunzel-Zynismen". Da sind sie wieder, die Zwischentöne, die er meisterlich beherrscht. daj