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Ein außergewöhnliches Preisträgerkonzert

Ein außergewöhnliches Preisträgerkonzert

Rund 1200 Zuschauer erleben am Donnerstag ein außergewöhnliches Preisträgerkonzert des "Wettbewerbs der Königin Elisabeth von Belgien". Zwei junge Pianisten auf dem Weg zum Weltruhm und das Luxemburger Philharmonische Orchester sorgen dafür, dass es die Zuschauer nicht auf ihren Sitzen hält.

Luxemburg. Auffallend viele junge Leute sind am Donnerstagabend in die Philharmonie auf dem Luxemburger Kirchberg gekommen, um das Preisträger-Konzert des seit 1937 stattfindenden Musik-Wettbewerbes "Concours Musical international Reine Elisabeth de Belgique" zu hören.
Über 1200 Zuschauer wollen die Gewinner der Sparte Klavier des überaus renommierten Wettbewerbes für junge Musiker, die auf dem Sprung zu einer Weltkarriere stehen, erleben. Der zweitplatzierte, erst 21-jährige Franzose Rémi Geniet betritt die große Bühne fast schüchtern, wirft ehrfürchtige Blicke auf den vollbesetzten Saal und das große philharmonische Orchester unter Emmanuel Klivien.
Am Flügel jedoch ist er in seinem Element, Mozarts Konzert für Klavier und Orchester No. 20 in D-Moll, KV 466 von 1785 steht auf dem Programm.
Sichere Interpretation


Schlafwandlerisch sicher, oft mit geschlossenen Augen fliegt er durch das Konzert, wie ein Formel-1-Fahrer, der im Geiste noch einmal alle Kurven durchgeht. Niemals gerät er in Gefahr aus denselben zu fliegen, mit unverkrampfter Leichtigkeit kommen die perlenden Läufe der Mozartschen Musik, sein Anschlag ist wunderbar zart bis zupackend. Einige dumpfe Töne aus dem Orchester, dem es noch ein wenig an Konzentration mangelt, können den Gesamteindruck nicht trüben.
Der 29-jährige, in Moskau geborene Boris Giltburg erweist sich danach als verdienter "Laureat", als Träger des ersten Preises des Wettbewerbes.
Technische Perfektion


Mit technischer Perfektion und einer anrührenden Interpretation von Sergei Rachmaninovs Konzert für Klavier und Orchester No. 3 (D-Moll) op. 30 von 1909, zaubert er ein Lächeln in die Gesichter des Publikums. Seine Finger stürzen sich auf die Tasten wie ein Raubvogel auf seine Beute, mal brachial, mal ganz innig im Dialog mit dem Orchester. Begeisterte, stehende Ovationen und verdiente Bravorufe gibt es am Schluss vom Weltstar-verwöhnten Publikum. DT