Ein erhabener musikalischer Jahresschluss

Ein erhabener musikalischer Jahresschluss

Das Silvesterkonzert ist in Trier zu einem Traditionsabend geworden. Zum zweiten Mal von Regionalkantor Volker Krebs verantwortet, führte der Zuhörerzuspruch die Basilika St. Paulin an ihre Grenzen.

Trier. Im Duden heißt es zum Begriff "fulminant": "sich in seiner außergewöhnlichen Wirkung in auffallender Weise mitteilend". Das, was Krebs als Programm für das Silvesterkonzert in der Basilika St. Paulin zusammengestellt hatte, war tatsächlich von außergewöhnlicher Wirkung, die sich, so, wie es dargeboten wurde, in auffallender Weise mitteilte. Dass die Botschaft bei den über 500 Konzertbesuchern angekommen ist, zeigte nicht nur der Applaus am Ende des Abends. Viele blieben nach dem Konzert noch in und vor der Kirche stehen und tauschten ihre Begeisterung über die Messe in B-Dur, D 324, von Joseph Haydn, über das Te Deum von Marc Antoine Charpentier, das dreisätzige Orgelwerk "Fanfare, Cantabile und Finale" von Jaques-Nikolas Lemmens und die Motette "Lobpreiset all zu dieser Zeit" von Joachim Reidenbach aus.
Schon der festliche Auftakt des Konzertes durch Domorganist Josef Still an der großen Orgel hatte etwas Erhabenes. Lemmens Komposition öffnete gleichsam die Tür in einen festlich geschmückten Saal. Danach Reidenbachs Motette, die mit modernen, aber sehr tonalen Mitteln den Text des Kirchenliedes verdichtete, auslegte und zu einem vorweggenommenen Gloria machte. Schuberts Messe und ebenso das Te Deum erklangen, hier romantisch, da mit erfrischendem barocken Zungenschlag, getragen von einer großen Religiosität, die in die Tiefe ging.
Auslöser für die Begeisterung waren auch die Ausführenden. Allen voran der Basilikachor und das Vokalensemble St. Paulin, die sich als ein exzellent vorbereiteter Klangkörper zeigten. Ebenso das Basilikaorchester (Konzertmeisterin Claudia Kussmaul), das bestens und vor allem glaubwürdig mit den sehr unterschiedlichen Musikstilen umzugehen wusste. Eine glückliche Hand hatte Krebs bei der Auswahl des Solistenquartetts. Sopran Nicole Tamburro strahlte prächtig in den Höhen, die Altistin Christine Wehler füllte St. Paulin mit einer Wärme, die unter die Haut ging. Tenor Marc Dostert präsentierte sich mit einer klaren, glänzenden Stimme, die frei und überaus beweglich war und Vinzenz Haab gab dem ganzen mit seinem profunden Bass den sicheren Unterbau, der das Quartett abrundete.
An einer Stelle fordert Charpentier einen zweiten Solosopran, den das Chormitglied Tanja Rolinger übernommen hatte und sich nahtlos in das Klangbild ihrer Partner einfügte. Was auch immer das Jahr 2011 für jeden einzelnen Zuhörer gebracht hatte - in St. Paulin hat es einen fulminanten Abschluss gefunden.

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