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Ein ganz normaler Ermittler

Bitburg. Michael Kobr und Volker Klüpfel haben als Lehrer und Redakteur gearbeitet, als sie Kommissar Kluftinger erfanden, jetzt sind sie hauptberufliche Autoren. Mit ihren Allgäu-Krimis stürmen sie Bestsellerlisten, Fernsehschirme und im Mai auch die Bühne des Eifel-Literatur-Festivals. Anke Emmerling

Bitburg. Im Vorfeld hat Volker Klüpfel unserer Mitarbeiterin Anke Emmerling von Kluftinger, seinem neuen Fall "Herzblut" und dem Duo-Autorendasein erzählt.Wie ist Kommissar Kluftinger entstanden?

Volker Klüpfel: Auf dem Reißbrett, das muss man wirklich sagen. Wir wollten absichtlich eine Gegenfigur zu den damals üblichen gestörten, mit körperlichen Defiziten ausgestatteten, depressiven Ermittlern schaffen. Wir wollten etwas relativ Normales, natürlich satirisch zugespitzt, weil wir beide gerne lachen. Krimi ist für uns ein Mittel für den satirischen Blick, vor allem auf die kleinen Katastrophen, mit denen sich die Leute identifizieren können. Und so entstand dann der Kluftinger.

Wie schreiben Sie als Duo?

Klüpfel: Zusammen entwickeln wir die Handlung und die Szenen, ziemlich detailliert. Das geht super zu zweit, ich könnte mir gar nicht vorstellen, wie man so etwas alleine macht. Es braucht einen Gegenpart, der die Idee auf den Prüfstand stellt, erweitert oder verändert. Das Schreiben an sich passiert allein. Jeder schreibt die Szene, die er zugeteilt bekommt, und dann tauschen wir die Texte aus und überarbeiten die Passagen.

Der neue Kluftinger-Roman heißt "Herzblut". Der Kommissar wähnt sich herzkrank und Lebkuchenherzen verweisen auf den Schauplatz. Wie sind Sie auf das Thema gekommen?

Klüpfel: Wir wollten, dass der Kluftinger über sich selber nachdenken muss. Er sollte krank werden. Aber es gibt Krankheiten, die entziehen sich jeglichem Humor, zum Beispiel Krebs. Also mussten wir was anderes finden, was aber trotzdem ernst ist. So kamen wir aufs Herz. Dann haben wir gesagt, diese Herzthematik soll auch im Fall auftauchen, und schon hatten wir\'s. Relativ früh stand der Titel "Herzblut", weil wir mit diesem Buch auch einen neuen Verlag hatten und zeigen wollten: Wir schreiben mit Herzblut.

Haben die Fernsehverfilmungen und -darsteller Ihre Figur beeinflusst?

Klüpfel: Nein. Wir hatten zwar die Befürchtung, dass unser Kluftinger das Bild, das wir im Kopf haben, ein bisschen verdrängen wird. Das ist aber nicht passiert. Es gibt den Film-Kluftinger, der steht für sich, und es gibt den Buch-Kluftinger. Wir machen inzwischen auch intensiv mit an der Drehbuchentwicklung, damit die Serie im Fernsehen und die Serie im Buch nicht so sehr auseinanderdriften. Wir können immer besser mit den Filmen leben, haben Spaß an ihnen und den Schauspielern, wir finden das schön. aeExtra

Michael Kobr, 1973 in Kempten geboren, studierte Romanistik und Germanistik, arbeitete als Lehrer und lebt jetzt mit seiner Familie als Autor in Memmingen (Allgäu). Volker Klüpfel, 1971 in Kempten geboren, studierte Politologie und Geschichte, war Kulturredakteur der Augsburger Allgemeinen und lebt jetzt als freier Autor. Er wohnt mit seiner Familie in Augsburg. Seit 2003 hat das Duo sieben Allgäu-Krimis um Kommissar Kluftinger geschrieben. Drei sind fürs Fernsehen verfilmt worden. Mit "Kluftinger - Die Show" kommt das Autorenduo am Freitag, 16. Mai, um 20 Uhr zum Eifel-Literatur-Festival in die Stadthalle Bitburg. Karten gibt es im TV-Service-Center in Trier, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie im Internet unter www.volksfreund.de/tickets Informationen rund um das Festival unter www.eifel-literatur-festival.de