Ein Gloria Patri wie von Engeln

Die Gottesmutter Maria stand im Mittelpunkt eines Konzertes in der Echternacher Basilika. Es war die Eröffnung des diesjährigen Internationalen Festivals.

 Die mittelalterlichen Zinken (im Bild bei den Proben) sorgen in Echternach für einen besondereren Klang. TV-Foto: Gerhard W. Kluth

Die mittelalterlichen Zinken (im Bild bei den Proben) sorgen in Echternach für einen besondereren Klang. TV-Foto: Gerhard W. Kluth

Echternach. (gkl) Am Ende war es gerade so, als ob die Engel im Himmel mitsingen würden beim "Gloria Patri" und beim "Sicut erat in principio". Am Ende hatte man nicht nur das Gefühl, sondern die Gewissheit, bei einem großen Abend dabei gewesen zu sein. Auf dem Programm stand nur ein Werk, dafür aber eines, das es in sich hatte.

Vor genau 400 Jahren hat Claudio Monteverdi eine Sammlung von Kompositionen, die man heute als die Marienvesper kennt, in Druck gegeben. Sie markiert wie kaum ein anderes Werk die Nahtstelle zwischen der späten Renaissance und dem frühen Barock.

Offiziell heißt es, man benötige für die Marienvesper sieben Solisten, zwei Chöre und Instrumentalisten. Es geht aber auch anders, wie Konrad Junghänel mit seinem Cantus Cölln und dem Concerto Palatino eindrücklich unter Beweis stellte. Neun Sängerinnen und Sänger reichten vollkommen aus, dem Vokalpart adäquat gerecht zu werden. Sei es in den Solopartien, sei es in der Doppelchörigkeit.

Das ist natürlich für den einzelnen Vokalisten eine enorme Belastung, stellte aber für den Cantus keinerlei Schwierigkeit dar. Glockenklare Stimmen mit atemberaubender Technik kennzeichneten bis zum Schlusschor das Geschehen. Gelingen konnte dies freilich nur, weil jedes Chormitglied für sich ein exzellenter Solist ist. Nicht weniger überzeugend die Instrumentalisten. Die Streicher mager besetzt, aber mit vollem Ton. Drei Barockposaunen und zwei Zinken (hölzerne Blasinstrumente mit trompetenähnlichem Ton) gaben dem Ganzen Glanz und Erhabenheit.

Das alles, gepaart mit einer subtilen Interpretation, sorgte dafür, dass dieses Konzert für den, der es wollte, doch eher zu einer Marien-Andacht wurde.