Ein Hauch von Beatles in der Eifel

Ein Hauch von Beatles in der Eifel

Begegnung mit Legenden: Multitalent Klaus Voormann, enger Wegbegleiter und Freund der Beatles, stellt in Kronenburg Bilder, Zeichnungen und Collagen aus. Im Mittelpunkt stehen Arbeiten und das von ihm gestaltete Cover der Beatles-LP "Revolver".

Kronenburg. Die Welt ist klein, insbesondere die Künstler-Welt. Deshalb kommt das Eifel-Dorf Kronenburg (bei Hallschlag) in den Genuss einer außergewöhnlichen Ausstellung mit viel Beatles-Nostalgie. Und das kam so: Als Klaus Voormann 2006 in Unna zum 40. Jahrestag des Erscheinens des Beatles-Albums "Revolver" eine Auswahl seiner Werke ausstellte, dachte sich der Bonner Kunsthändler Peter Wierny, das sollte doch auch in seinem "Dekanat" möglich sein. Eine geeignete Location war schnell gefunden: die vom befreundeten Bonner Ehepaar Manfred und Vivian Hell zum "Kunstraum" umfunktionierte Scheune aus dem 18. Jahrhundert in Kronenburg. Kronenburg? Klar, da wohnt BAP-Chef Wolfgang Niedecken. Dr hat selbst schon zweimal Bilder im "Kunstraum" gezeigt und ist diesmal ebenfalls mit von der Partie - "als ganz großer Fan von Klaus".Grammies für Designer und Musiker Voormann

"Schön, dass man sich für mich und meine Arbeiten interessiert", freut sich Klaus Voormann bei der Vernissage in typischem Understatement. Der 69-Jährige zählt schon seit Jahrzehnten zu den Pop-Legenden: Seit gemeinsamen Hamburger Tagen in den frühen 60er-Jahren enger Freund und Wegbegleiter des Beatles, für deren LP "Revolver" (1966) der aus Berlin stammende Grafiker und Designer das Cover gestaltete und damit als erster Deutscher einen Grammy erhielt. Auch als Musiker heimste Voormann einen Grammy ein: für seinen Beitrag als Bass-Gitarrist bei George Harrisons Befeniz-"Concert for Bangla Desh" (1972)."Paul spielt ja selbst ganz gut Bass"

Voormann zupfte den Bass für fast alle Größen des Rock-Business der 70er-Jahre, insbesondere für seine besten Kumpel: John Lennons "Imagine", George Harrisons "My Sweet Lord", Ringo Starrs "Photograph" - kein Mega-Hit ohne Beteiligung des Deutschen. Nur auf McCartneys Scheiben taucht er nicht auf: "Paul spielt ja selbst ganz gut Bass", grinst der sonst sehr zurückhaltend-bescheidene Voormann, als er in "Schauraum" fröhlich Anekdoten zum Besten gibt. 2002, nach dem Londoner Tribut-Konzert an Harrisons erstem Todestag, hängte er den Viersaiter an den Nagel und widmet sich wieder dem ursprünglich erlernten Metier, dem Designen. Zuletzt adelte er CD-Cover von Stefan Stoppok und der norwegischen Band Turbonegro mit seinem Design. Gut möglich, dass er Ende April 2008 doch wieder zum Bass greifen muss: "Ich habe gehört, es soll zu meinem 70. Geburtstag ein Konzert geben. Ich lasse mich mal überraschen…" Prominente Besetzung von Eric Clapton über Manfred Mann bis Jim Keltner dürfte jedoch garantiert sein. Eine weitere Überraschung wächst demnächst im heimischen Atelier am Starnberger See heran. 2008 ist Liverpool europäische Kulturhauptstadt. Voormann wird eine Auftragsarbeit beisteuern - ein Bild, dessen Thema er bestimmen darf. Aber keine Frage: Es wird um die Beatles gehen. Die Freundschaft und Zusammenarbeit mit den Fab Four steht seit einem Vierteljahrhundert im Mittelpunkt des malerischen und zeichnerischen Schaffens Voormanns - eindrucksvoll zu erleben in der aktuellen "Schauraum"-Ausstellung, die voraussichtlich ebenfalls 2008 in Liverpool zu sehen sein wird.Die Ausstellung "40 Jahre Revolver" mit Bildern, Zeichnungen, Collagen und Radierungen von Klaus Voormann im "Schauraum" Kronenburg (Burgbering 46) ist geöffnet vom 5. bis 7. Juni, vom 12. bis 14. Juni sowie am 19. und 20. Juni, jeweis von 16 bis 19 Uhr.

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