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Ein Krimi wie ein Urlaub: Trügerische Provence von Pierre Lagrange

Bücher : Der mit dem Mops spricht

Ex-Kommissar Albin Leclerc sollte sich eigentlich um seine Hochzeitsvorbereitungen kümmern, aber der Fall, mit dem sich seine ehemaligen Kolleg(inn)en beschäftigen müssen, ist letztlich viel spannender.

Während der provenzalischen Festivalsaison werden drei weltberühmte Musikerinnen entführt.

Während die Ermittler, die in regem Austausch mit dem Pensionär stehen und ihn auf dem Laufenden halten, eher im Trüben fischen, macht Leclerc sein eigenes Ding. Wie immer unterstützt ihn dabei sein Mops Tyson, mit dem er einen regen Gedankenaustausch pflegt und der sich dieses Mal als Retter aus allerhöchster Not verdient macht.

Schnell gerät ein Verdächtiger ins Visier des ehemaligen Polizisten, aber der ist natürlich nicht der Täter; das wäre ja auch zu einfach. Wie ohnehin der Handlungsfaden recht einfach gesponnen ist. Aber Mord und Totschlag stehen ohnehin nicht im Mittelpunkt des Geschehens; eher scheint Autor Pierre Lagrange, der eigentlich Sven Koch heißt, einen Reiseführer im Sinn gehabt zu haben, den er um ein paar blutige Einzelheiten bereichert. Dazu gibt es den ein oder anderen musikwissenschaftlichen Exkurs und sehr viel Landschaftsbeschreibungen, die in der Tat Lust darauf machen, den Koffer zu packen und hinzufahren – auf die Gefahr hin, dem Täter über den Weg zu laufen. Aber nachdem der gefasst ist, dürfte die Provence wieder ungefährliches Terrain sein – vor allem für jene, die keine weltberühmten Musiker sind.

Fazit: Ein Krimi wie ein Urlaub. Am besten im Strandkorb zu lesen. Oder noch besser, wie gesagt: am Ort des Geschehens.

Rainer Nolden