1. Region
  2. Kultur

Ein Kurfürst aus Sicht eines Hunsrückers - „Der Sonnenfürst“ von Tilman Röhrig

Ein Kurfürst aus Sicht eines Hunsrückers - „Der Sonnenfürst“ von Tilman Röhrig

Er liebte den Prunk, die Jagd und die Frauen: Kurfürst Clemens August, auch der Sonnenfürst vom Rhein genannt, war für seine zahlreichen Schlösser und sein prachtvolles Hofleben bekannt. Schriftsteller Tilman Röhrig hat sich mit Kurfürst Clemens August eine schillernde Persönlichkeit ausgesucht.

Von 1723 bis 1761 war er Erzbischof von Köln und damit Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches. Als sein engster Freund im Duell getötet wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. Immer stärker werden seine Zweifel, ob sein Vertrauter ehrenhaft starb oder nicht vielmehr heimtückisch ermordet wurde.

Im Strudel der politischen Ereignisse und Intrigen am Hof kann er sich ausschließlich auf seinen Hofzwerg Albert le Grand und die Harfenspielerin Mechthild Brion verlassen. Je mehr er versucht, seine Feinde zu entlarven, umso gefährlicher wird das Leben am Hof für ihn selbst.

Puder, Parfüm, Kunst und Gesang: Schriftsteller Tilman Röhrig hat sich mit Kurfürst Clemens August eine schillernde Persönlichkeit ausgesucht. Weich, fast schwach kommt der deutsche Fürst anfangs daher. Immer wieder wechselt er seine Günstlinge, vertraut den falschen Beratern, lässt sich täuschen. Nicht zuletzt der Intelligenz seines Hofzwergs ist es zu verdanken, dass er in letzter Sekunde noch die richtigen Entscheidungen trifft.

Wer das Buch aufschlägt, geht auf eine Zeitreise und nimmt teil am prunkvollen Hofleben am Niederrhein, wo es noch Geheimgänge, Vorkoster, Mätressen und Fehdehandschuhe gibt. Ein Rokoko-Spektakel - grandios erzählt von Tilman Röhrig, der 1945 im Hunsrück als drittes von fünf Kindern einer evangelischen Pfarrersfamilie geboren wurde.

Tilman Röhrig: Der Sonnenfürst, Pendo-Verlag München und Zürich, 448 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 978- 3866123021.