Ein letztes, lautes Tschüss

Ein letztes, lautes Tschüss

Ein passender Abschied nach 14 Jahren Bandgeschichte mit über 500 Shows: Die Trierer Institution The Bandgeek Mafia macht Schluss - und feiert das mit einem letzten großen Fest am Samstag im vollen Exhaus.

Trier/Konz. Irgendwann muss der Hammer fallen. Nach über 14 Jahren. Nach über 500 Auftritten, von der kleinen Klitsche bis zum großen Festival. Nach 150 000 Kilometern auf den Autobahnen und Landstraßen. Für ein begeistertes Publikum und überschaubare Gagen.
Die Geschichte der Bandgeek Mafia fängt irgendwann 2001 an. Es ist die von Schulfreunden am Friedrich-Spee-Gymnasium, die eher zufällig einen Sound brauen, der sie ein paar Jahre später zu echten Szenegrößen machen wird. Deftiger Hardcore mit Bläsern, mit Hang zum tanzbaren Offbeat: Skacore mag nicht das berühmteste Musikgenre des Universums sein. Aber die Bandgeek Mafia gehört zu den bekanntesten Vertretern, zumindest in Deutschland.
"2007 ging es plötzlich richtig los, mit unserem ersten Album Paint Your Target", erinnert sich Bassist Dominik. Die erste Auflage des Debüts - 1000 Exemplare - war in kürzester Zeit ausverkauft. 70 bis 80 Konzerte pro Jahr gehörten zum Alltag, nur wenige davon in der Region Trier. Darunter waren auch Shows mit den US-Größen Mad Caddies oder Reel Big Fish. "Viele glaubten, dass man von der Musik leben kann, wenn jeweils 300 bis 400 Leute zu den Konzerten kommen", sagt der Bassist. "Aber das ist mit Sicherheit nicht so."
Am Samstag ist die Geschichte zu Ende erzählt. Eine letzte große Show im Exhaus, zwei Stunden tanzen, schwitzen, feiern. Danach packt die Mafia ein.
Fokus hat sich verschoben


Aber warum eigentlich? "Es ist einfach eine Zeitfrage", sagt Björn Laufer, Schlagzeuger und Bandmanager. Eine professionelle Band auf ganz hohem Niveau zu halten, das sei praktisch ein Vollzeitjob.
Inzwischen sind alle über 30, mit Ausnahme des später hinzugekommenen Gitarristen Flo. Jobs, Beziehung, Nachwuchs - der Fokus hat sich verändert. Der gleiche Aufwand wäre nicht mehr zu stemmen.
Dann doch lieber einen schönen, lauten, würdigen Abschied als ein leises Fade-out. Auch für das "PS" haben sie gesorgt: Das Abschiedskonzert wird aufwendig gefilmt und später als DVD herausgebracht. Und die Bandmitglieder werden auch nicht die Finger von der Musik lassen. Den Probenraum auf dem Gelände der früheren Textilfabrik Kuag in Konz werden sie behalten. Gitarrist Flo bringt zudem mit seiner anderen Band Matthies das erste Album "Wachmaschinen" raus. Die Band singt auf Deutsch, wie inzwischen gefühlt die Mehrheit deutscher Rock- und Popbands. Für die Bandgeek Mafia waren aber immer englische Texte erste Wahl. "Wir wollten nie auf Deutsch singen", sagt der Bassist.
Das Abschiedskonzert soll ein großes Fest werden. Dazu eingeladen hat die Bandgeek Mafia die Luxemburger Pop-Punkband Versus You und die Ludwigsburger Planet Watson (Punk/Hardcore). Kondition sollte man mitbringen. "Wir werden knapp zwei Stunden spielen", kündigt Björn Laufer an.
Konzert am Samstag, 28. Februar, Exhaus (großes Exil), Beginn: 20.30 Uhr.