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Ein Mann des Ausgleichs

Ein Mann des Ausgleichs

Zum Abschied Malerei. Nach zwölf Jahren legt Horst Schmitt den Vorsitz der Trierer Gesellschaft für Bildende Kunst nieder. Vorher präsentiert er sich dort noch einmal als Maler.

Trier. "Ganz einfache Dinge können einen ein ganzes Leben beschäftigen", sagt Horst Schmitt und lacht. Mit den "einfachen Dingen" meint der Maler seine Experimente mit der Farbe. Seit Jahren lotet der 71-Jährige in seinen Bildern ihre Gewichte aus, die Möglichkeit ihres Zusammenklangs, ihre Nuancen und Brechungen. "Je älter ich werde, umso schlichter werden meine Bilder", hatte er seinerzeit bekannt.

Miteinander der Farben



Das wird auch in seiner aktuellen Ausstellung deutlich, einem überwiegend heiteren, klar komponierten und klangvoll orchestrierten Bilderzyklus über das Miteinander der Farben. Die neue Schau mit ihren gegeneinander gesetzten und bisweilen sich überlagernden Farbflächen wirkt wie eine Abstraktion von Schmitts früheren Papiercollagen. Künftig wird der Vorsitzende der Trierer Gesellschaft für Bildende Kunst übrigens noch mehr Zeit haben, sich auf die Malerei zu konzentrieren. Nach zwölf Jahren legt Schmitt im Oktober den Vorsitz des Kunstvereins nieder. "Für mich waren es außerordentlich prägende Jahre", bekennt der Maler, "vielleicht sogar das Eindrucksvollste, was man so erleben kann". Wie nie zuvor habe er sich in dieser Zeit mit der Kunst auseinandergesetzt. Als besonders spannend habe er Gemeinschaftsprojekte wie "Oh Mosella" und die Zusammenarbeit mit anderen Museen in Erinnerung. Und natürlich die Begegnung mit den vielen ganz unterschiedlichen Künstlertypen: "Da waren ganz verrückte Leute darunter". Seinen Kollegen im Vorstand und in den anderen Kunsteinrichtungen gilt Schmitt als ausgleichender kooperativer Präsident. Es waren friedliche Jahre", heißt es dort. "Wir waren ein unglaublich gutes Team im Vorstand", bestätigt Schmitt. Und was ihn besonders freut: "Wir konnten unseren Mitgliederstand auf etwa 300 erweitern, ihn erneuern und verjüngen". Und augenzwinkernd fügt er hinzu: "Und den Alleinvertretungsanspruch für zeitgenössische Kunst in Trier haben wir auch abgeschafft". Künftig will sich der scheidende Präsident übrigens auch auf kunstfernem Boden bewegen. Er arbeitet an einem Wörterbuch der Trierer Mundart.

Bis 11. Oktober, Di -Fr 11-13 Uhr und 14-17 Uhr, Tel.: 0651-66671, www.gb-kunst.de